Das erste Mal! Als Anfänger RC-Offroad-Rennen fahren ;)

Leider ist das Forum 2018 beschädigt worden, hier der Link zum orginal Thread.
Hier der Link zu dem PDF des ursprünglichen Threads.
Da der orginale Threadbeitrag defekt ist, nicht mehr wieder hergestellt werden kann, habe ich diesen Thread nachgebaut.

 

Tach Ihr RC Begeisterten!
Mit diesem Thema will ich mal versuchen, Euch die Bedenken oder “Angst” zu nehmen, mit Euren Modellenan Rennveranstaltungen teilzunehmen. Eins ist klar … der Sport ist sehr professionell geworden in denletzten Jahren. Doch das sollte Euch nicht davon abhalten, Euer erstes RC Rennen zu fahren. Zum Glück gibts ja Einsteiger Rennserien wie den Oberlausitzcup.

Sicherlich gibts die einen oder anderen Bedenken…
Wie sind die Typen da so drauf? Stört es jemanden,wenn ich die Linie noch nicht ganz so perfekt treffe? Was mache ich mit dem Setup? Ist mein Auto gutgenug? Was brauche ich eigentlich alles? Mache ich mich nicht zum Horst, wenn ich Letzter werde? Wassollen meine Freunde denken, wenn ich mit Spielzeugautos Rennen fahre?
Ja solche oder ähnliche Fragen wirds sicher geben oder? Gut, dann werde ich mal darauf eingehen…

Als Anfänger Rennen fahren … grundsätzliche Gedanken
Man kann es bestimmt nicht bestreiten, dass sich hier und da jemand leicht erzürnt darüber zeigt, wenn er von einem “Anfänger” im Vorlauf mal durch eine unbedachte Aktion etwas eingebremst wird. Vorab – JEDER – hat irgendwann mal damit angefangen – auch der Typ, der Euch grad vollgemault hat. Meist sind solche Dinge aber leicht zu umgehen. Geht einfach zu Beginn der Veranstaltung zum Rennleiter oder Zeitnehmer und bittet den, Euch in einer langsameren Vorlaufgruppe unterzubringen. So können sich die “Stars” in Ruhe miteinander beschäftigen und Ihr habt nicht ganz so oft Besuch von überrundenden Fahrern. Sucht Euch im Training schon mal einige Stellen auf der Strecke abseits der Ideallinie aus, an denen Ihr nicht im Wege seid, wenn Ihr jemanden durchlassen möchtet. Es bieten sich immer solche Stellen wie die Außenbereiche von langsamen Kurven oder Kehren an oder die Außenseite der Kurve vor der langen Geraden. Die schnellen Ecken sind fürs Anhalten und vorbei lassen tabu … fahrt einfach deutlich sichtbar von der Linie runter aber bleibt nicht stehen oder werdet plötzlich langsamer – damit rechnet keiner! Damit hätten wir schonmal den ersten Punkt abgehakt!

Training
Es ist auf jeden Fall sinnvoll, vor den Rennen schonmal auf der jeweiligen Strecke gefahren zu sein. So kann man sich an deren Eigenheiten gewöhnen, bekommt Routine und trifft gleichzeitig einige Leute von da, die in den allermeisten Fällen sich sehr über Besuch freuen und Euch einige wertvolle Tipps geben werden. Falls routinierte Fahrer dabei sind, könnt Ihr gleich noch einige Hinweise bezüglich Setup und Linie abstauben.

Modell
Taugt eigentlich mein “Carlsberg Kung Fuu” oder der “Wheelie Aluchrasher” (Namen vom Verfasser unkenntlich gemacht) für solche Rennveranstaltungen?
Ich sag mal “jain” … man kann damit natürlich teilnehmen, keine Frage und ein Modell für 200 – 300,- Euro komplett ist sicher auch der absolut richtige Weg, um für sich selbst festzustellen, ob das ein Hobby ist, andem man lange Freude haben könnte. Da kommen wir aber auch schon zur Kehrseite der Medaille! Wundert Euch nicht, wenn es die Dinger direkt nach einigen Runden zerlegt! Die sind einfach nicht dafür gemacht, permanent am Limit bewegt zu werden. Wenn man den Preis bedenkt (in dem ja auch ein erheblicher Teil Gewinn für alle Beteiligten steckt, die irgendwie an dem Ding gewerkelt, gehandelt, verschickt und geworben haben), dann ist es auch schlicht unmöglich, dass ein solches Modell dauerhaft zuverlässig funktionieren wird.
Also bitte lasst Euch ja nicht von einem verbogenen oder zerstörten Modell ausbremsen … werft das Ding weg (oder repariert und verkauft es) und kauft Euch direkt ein Wettbewerbsmodell. Hier kann man u.U. 4-stellige Beträge legen und es gibt sicher auch teuren Edelschrott aber mit einem guten Modell und anständigen Komponenten werdet Ihr viel Freude haben und natürlich auch automatisch schneller. Denn abgesehen davon, dass die “Profiteile” besser halten, sind die auch viel besser fahrbar.

Verein? Ja oder Nein?
Ganz klares JAAAA! Eine Mitgliedschaft in einem RC-Verein bringt Euch (und dem Verein) eine Menge Vorteile. Zum Einen könnt Ihr so viel auf der Vereinsstrecke trainieren wie Ihr wollt, zum Anderen gibts in jedem Verein einige richtig gute Fahrer, die Euch unterstützen werden. Und das Vereinsleben macht wirklich Spaß! … mal am Wochenende die Strecke herrichten, dann Grillen und Bier trinken – was gibts schöneres an einem Sommerabend? Weiterhin werden durch Fahrgemeinschaften zu den Rennen die laufenden Kostenganz dramatisch reduziert, die Erfahrungen drastisch gesteigert und man braucht unter Umständen einige Dinge nicht selbst zu besorgen, die man sonst kaufen müsste…

Dinge, die man kaufen muss…
Natürlich braucht man je nach Rennveranstaltung oder Rennserie ein entsprechend regelkonformes Modell, welches mit entsprechender Elektrik bestückt sein muss. Der beste Weg, um zu beginnen, ist aus meiner Sicht ein Elektromodell. Da gibts es deutlich weniger zu beachten, als bei den verbrennergetriebenen Modellen. Bei Elektromodellen gibt es in einigen Rennserien die Forderung, Komponenten zu verwenden, dievom Ausrichter vorgegeben werden oder die in bestimmten Listen zu finden sind. Das alles spielt für unsere Rennserie keine große Rolle, denn wir haben nur sehr wenige Beschränkungen, die im Regelwerk leicht zufinden sind. [Anm. d. Red. Hier ist die Rede vom “Oberlausitzcup”, siehe hierzu auch “Links zu…”]  Mit dem Modell alleine ist es jedoch nicht getan. Folgende Sachen sollte man (oder die Freunde) immer dabei haben:

  • Gutes Werkzeug
  • Ersatzteile, Schrauben, Muttern, Radmuttern, Lager (oder ein baugleiches 2. Modell)
  • Lötzeug, Kabel, Stecker
  • Ladegerät und Akkus
  • Öle und Fette und Sekundenkleber
  • Papiertücher zum Reinigen
  • Bremsenreiniger und evtl. Kaltreiniger (für schlammige Rennen)
  • Druckluftkompressor (falls nicht an der Strecke vorhanden)
  • Tisch, Stuhl, Pavillion
  • Verlängerungskabel und Verteilersteckdose
  • Dem Wetter angepasste Kleidung u. festes Schuhwerk und Handschuhe für den Helfereinsatz
  • Gehörschutz, falls Verbrennermodelle fahren, evtl. eine gute Sonnenbrille

Weiterhin braucht man noch etwas ganz wichtiges, damit das Modell überhaupt vom Messsystem erfasst wird… nämlich einen Personal Transponder (PT) [Anm. d. Red. Hier weiterführende Informationen], die es in unterschiedlicher Ausführung gibt. Hier müsst Ihr Euch ein wenig schlau machen, mit welchem Transponder die größte Chance besteht, an allen Rennen die Ihr fahren werdet, auch gezählt zu werden. Mein Tipp: nehmt den RC4 Hybrid Transponder. Der wird von allen einigermaßen aktuellen Anlagen problemlos erfasst. Es gibt natürlich meist auch die Möglichkeit, sich beim Veranstalter einen Transponder zu leihen. Da die Anzahl meist sehr begrenzt ist, macht es Sinn, eineneigenen zu kaufen, sobald einen die Sucht gepackt hat.

Der erste Renntag!
Ich behaupte mal, dass KEINER vor seinem ersten Rennen eine ruhige Nacht hat. Es geht zwar nur darum, mit Spielzeugautos im Kreis zu fahren, aber das eben so schnell wie möglich. Man wird da sehr schnell sehr ehr-geizig, grad weil es bei dieser Art von Rennsport doch bisweilen deutlich enger zugeht und wesentlich mehr Action geboten wird, als in der Formel 1! Aber macht Euch nicht zu viele Gedanken. Plant Euch ausreichend Zeit ein, um das Modell für das Rennen vorzubereiten, wechselt die Öle, schaut nach ob alles leicht läuft und nix klemmt oder gebrochen ist. Die ganzen Sachen stellt Ihr am Abend vorher zurecht, so wird frühmorgens nix vergessen. Akkus bitte nicht vollladen! Das macht Ihr an der Strecke. Lipos mögen es nicht, zu lange geladen unbenutzt zu sein. Macht Euch vor dem Einschlafen nochmal Euer Tagesziel für morgen klar. Für einen An-fänger kann das Tagesziel nur lauten, so viel wie möglich Spaß zu haben und einige Erfahrungen mit nach Hause zu nehmen. Das Rennen werdet Ihr sicherlich nicht gewinnen, also macht Euch da keinen Druck. Nach ein-igenVeranstaltungen kann man seine Ziele immer noch ein Stück höher setzen – aber fürs Erste! Just 4 FUN!!!
In den meisten Fällen geht es ganz früh oder je nach Entfernung auch noch mitten in der Nacht auf die Fahrt an die Rennstrecke. Dort angekommen baut Ihr zunächst Eure Ausrüstung auf, steckt die Akkus an den Lader und schaut Euch die Strecke an. Beim Rennleiter oder Zeitnehmer fragt Ihr an, ob Ihr einer langsamen Gruppe zugeteilt werden könnt und macht dann Euer Modell fürs erste Training fertig. Meist sind dieTrainingsläufe frei und finden vor der Fahrerbesprechung statt. Schaut, dass Ihr erstmal die Strecke kennenlernt, falls Ihr da noch nicht gefahren seid. Macht auf jeden Fall erstmal ruhig, denn zu so früher Stunde ist kaum einer richtig fit und die Gefahr, Kleinholz zu machen ist relativ hoch.

Nach dem Training und vor den Vorläufen gibt es normalerweise eine Fahrerbesprechung. Rennleiter und /oder Veranstalter geben dabei den Fahrern noch einige Tipps bezüglich der Strecke und dem Umfeld, evtl. noch einige Verhaltensregeln und den Ablaufplan für den Tag und hängen die Gruppeneinteilung aus. Also hört da genau zu und schaut anschließend auf die Listen, damit Ihr wisst, wann Eure Gruppe fährt und welches Eure Startnummer ist. Holt anschließend die Nummer ab und klebt die auf Euer Modell (Frontscheibe und/oder die dem Zeitnehmer zugewandte Seite auf der Geraden vor der Zeitnahme).

In den Vorläufen geht es darum, so viel wie möglich Distanz innerhalb einer bestimmten Zeit zurückzulegen. Die Vorläufe werden dann später zur Ermittlung der Startaufstellung für das / die Finale herangezogen. Also sollte Euer Ziel sein, so lang wie möglich mit den Rädern nach unten unterwegs zu sein. Klar, heben Euch die Helfer wieder auf, aber das kostet eben auch alles Zeit. Also fahrt ruhig und gleichmäßig Eure Runden und versucht, so oft wie möglich auf der Ideallinie zu bleiben. Jeder Verbremser um 1 Meter sind 2 – 3 Meter, die Ihr mehr zurücklegen müsst, also sollte Euer Bestreben sein, immer in der Nähe der Ideallinie zu sein, weil die einfach am schnellsten ist. In den Vorläufen läuft für alle Teilnehmer die Zeit extra beim ersten Überqueren der Zählschleife, sobald das Rennen freigegeben wurde. Es haben also alle die gleichen 5, 7oder 10 Minuten, um so viel Weg wie möglich zu bewältigen – also bleibt ruhig, auch wenn die Leute links und rechts von Euch unruhig werden. Falls von hinten ein schnellerer Fahrer zum Überrunden ansetzt, dann lasst den einfach kurz durch. 1 Sekunde warten ist für Euch beide besser als 5 Sekunden neben der Strecke zu liegen. Der schnellere Fahrer wird es Euch danken und Ihr habt nach dem Vorlauf auch gleich einen Aufhänger, um miteinander ins Gespräch zu kommen.
Aber vor dem Quatschen heißt es erstmal … Helfen!

Üblicherweise werden nach dem Vorlauf die Fahrzeuge in einem zugewiesenen Bereich abgestellt. Weil Ihr inder Fahrerbesprechung gut aufgepasst habt, könnt Ihr den Fahrern, die nicht zugehört haben, genau zeigen,wo sich der Bereich befindet! Macht Euer Fahrzeug stromlos (Akku abstöpseln), bringt den Sender zu Eurem Tisch und nehmt die Helferposition ein.

Die Flächen für die Helfer sind meist markiert. Stellt oder setzt (falls Stuhl vorhanden) Euch da hin, zieht Eure Warnweste an und helft den Fahrern mit den verunfallten Modellen in Eurem Bereich. Helft schnell, aber achtet darauf, nicht in den Verkehr zu laufen – wartet aber auch nicht ewig und lasst erstmal alles durch was irgendwo am Horizont auftaucht. An langsamen Stellen kann man auch mal die Strecke überspringen, ohne jemanden zu beeinflussen – auf der Geraden ist das tabu! Modelle die defekt gegangen sind, legt Ihr mit den Rädern nach oben neben Euren Platz außerhalb der Stecke. Die Fahrer oder deren Helfer können die dann bei Euch abholen. Falls ein Modell mit ausgehängter Kugelpfanne auf Euch zuhumpelt, könnt Ihr das evtl. auch gleich schnell selbst beheben. Achtet dabei aber auf Eure eigentliche Aufgabe. Wichtig als Helfer einer Verbrennergruppe … Handschuhe! Die Dinger heißen nicht umsonst Verbrenner. 

Prinzipiell dreht Ihr nur Modelle um, deren Antriebsräder still stehen. Bekommt der Fahrer sich nicht in den Griff und gibt wild Gas, dann lasst das Ding so lange liegen, bis er sich beruhigt hat. Das könnt Ihr dem Fahrer am besten mitteilen, indem Ihr zum Modell geht und die Arme seitlich ausstreckt, solange der am toben ist. Das ist sowas wie eine inoffizielle Geste, die praktisch auf jeder Veranstaltung verstanden wird.
Greift ja nicht nach einem Modell, das keine stillstehenden Antriebsräder hat. Das kann böse Verletzungen geben!
Nachdem Ihr nun ganz vorbildlich Eurem Helfereinsatz nachgegangen seid, kommt evtl. gleich noch ein Dankeschön von einem der Fahrer, denen Ihr geholfen habt. Noch ein neuer Kumpel zum fachsimpeln!  Das ganze Prozedure läuft nun 3 – 5x durch und danach fahrt Ihr endlich Euren ersten Finallauf!
Jetzt geht es um “Alles” – naja, vielleicht nicht um “Alles”, aber zumindest darum, schnell zu sein. Im Finale gibt es einen stehenden Start und die Zeit zählt ab dem Startsignal für alle gleich. Wer also nach Ablauf der Laufzeit als erster über die Zielline kommt, hat das Finale auch gewonnen. Eure Startposition ergibt sich aus der Wertung Eurer Vorläufe. Von den gefahrenen Vorläufen wird / werden der / die schlechteste(n) Vorläuf(e) gestrichen. Der / die beste(n) gehen in die Wertung ein. Im Oberlausitzcup wird der HoA-Modusgefahren. Das heißt, dass alle Fahrer je nach Platzierung in Gruppen eingeteilt werden und in diesen Gruppen mehrere Finalläufe ausgetragen werden. Die schnellsten Leute kommen in die A-Gruppe, die folgenden dann in die Gruppen B, C usw.
Wenn es dann soweit ist und Euer Finallauf an der Reihe ist, dann gibt es einige ganz wichtige Regeln und wenn die von allen eingehalten werden, gibts schöne Rennen mit vielen fairen Zweikämpfen.
Das Rennen gewinnt man nicht in der ersten Kurve. Bitte haltet Euch zurück, wenn es auf die erste Kurve zugeht. Es ist normal, dass Ihr da etwas früher bremsen müsst, wenn Ihr von einer hinteren Startposition aus los fährt, denn da sind plötzlich ganz viele Modelle, die in den Läufen vorher viel Platz zueinander hatten. Gibts eine Lücke, kann man da natürlich reinstechen, aber die Chance, dass Ihr als Anfänger da Bockmist baut, ist enorm hoch! Also lieber anstellen, nicht zu arg drücken und warten, bis sich das Feld auseinanderzieht. Das pasiert dann meist auch innerhalb weniger Kurven. Ab da könnt Ihr versuchen, Euren Vordermann unter Druck zu setzen. Wenn Ihr konzentriert und hartnäckig bleibt, könnt Ihr ihn in einen Fehler treiben,ohne dass sich Eure Modelle berühren. Wenn so etwas passiert, könnt Ihr stolz auf Euch sein, denn das ist die schönste Art, zu überholen – ohne Berührung eine kleine Unachtsamkeit ausnutzen! Einige Runden später wird in Eurem ersten Rennen wahrscheinlich Besuch “von hinten” kommen (bitte denkt Euch die Zweideutigkeit weg) … die Überrundungen stehen an. Hier macht Ihr es genau, wie in den Vorläufen – macht einfach kurz Platz und lasst die Leute mit Siegambitionen durch gehen. Bestenfalls wird das auch vom Rennleiter angesagt. Selbst wenn Ihr die eben erkämpfte Position wieder hergeben müsst, ist es sinnvoll, nicht in den Kampf um den Sieg einzugreifen. Ihr werdet evtl. einige Rennen später oder in der nächsten Saison möglicherweise genau in solche Positionskämpfe um den Gruppen- oder gar Tagessieg verwickelt sein!

Ich bin aber letzer geworden … was nun? Na und?
Das war ja auch das erste Rennen! Und keine Sau interessiert es, wer letzter, vorletzer oder auch 5ter geworden ist. Einige interessieren sich natürlich für die Podiumsplatzierungen, die sicher hart erkämpft wurden, aber der Rest ist völlig Wurst. Und mal von dieser Wertungsliste abgesehen gibts viele Sachen, die Ihr gewonnen habt! Neue Erfahrungen; neue Bekanntschaften; eine neue Art, Adrenalin auszuschütten und den Heißhunger aufs nächste Rennen!

Wenn Ihr mit Spaß an der Sache dabei bleibt, Eure Ziele immer nur ein klein wenig höher setzt, auch mal Rückschläge verkraftet – denn es geht eben auch manchmal wieder einige Schritte zurück – dann werdet Ihr irgendwann in den schnelleren Gruppen fahren, irgendwann auch auf dem Podium stehen und irgendwann auch mal so ein Rennen gewinnen!

Was sollen die Leute von mir denken?
Wayne interessierts! Und nebenbei sind so ziemlich alle, die mal ein spannendes RC Rennen gesehen haben sind entweder schwer beeindruckt über die Art, wie solche Modelle bewegt werden können … oder sie sind gleich so begeistert, dass sie am liebsten selbst gleich mitmachen würden … Aber wie anfangen? Welches Modell soll ich nehmen? Könnte ich als Anfänger einen schnelleren Fahrer verärgern? Was sollen meine Freunde von mir denke…

Ihr als “alte Hasen” kennt die Antworten! 

 


Kapitel 2!
Welches Modell soll man denn nun kaufen?

Dann lasst uns mal kurz die möglichen Klassen im OLC durch gehen, bevor ich auf einige Modelle und Zubehör direkt eingehen:

  • Buggy 1/8 Verbrenner
  • Buggy 1/8 Elektro
  • Truggy & Fun
  • Short Course Truck 1/10 2WD

Buggy 1/8 Verbrenner
Das ist jetzt nicht nur meine Meinung und ich weiß auch, dass zum Warmup viele Neueinsteiger mit Verbrennern da waren, aber diese Klasse halte ich für die denkbar ungeeignetste für einen RC-Newbie. Das hat zum einen viele technische Gründe. Ein Glühzündermotor ist nunmal ein Ding, bei dem man viel vielmehr falsch machen kann, als richtig. Du musst einfach so viele technische Dinge berücksichtigen, dass das fahren etwas kurz kommt. Oft kommt man auch nicht ins Ziel, sondern muss wegen einem technischen Problem aufgeben …. das ist frustrierend und das habe ich im letzten Jahr auch selbst lernen dürfen, als ich meine eigenen ersten Schritte in dem Gebiet gemacht habe.
Um das ganze etwas zu untermauern, haue ich Euch mal einige Stichpunkte um die Ohren, die so im Verlauf eines Nitro-Rennens passieren können und auch wirklich oft vorkommen, wenn man etwas vergisst oder nicht beachtet, das falsche Material einsetzt oder schlichtweg einfach Pech hat:
Glühkerze brennt durch, Motor AAAAUUUSS!, Glüher leer, Tankstopp verpasst, Kupplungslager defekt, Motor zieht Dreck, Empfänger Akku geht leer, Motor AAAAUUUSS! (ja schon wieder, die Dinger gehen ja auch oft aus), Bremse wird weich, Standgas fällt einfach nach einigen Minuten ab und der Motor geht AAAAUUUSS!
Ich glaube, es braucht wirklich sehr sehr viel Erfahrung, um regelmäßig ins Ziel zu kommen. Mit Erfahrung allein ist es aber leider nicht getan, denn man braucht auch noch vergleichsweise viel Geld! Mit einem Billigmotor wird man nicht weit kommen. Die sind nun wirklich nicht dafür ausgelegt, die ständigen Lastwechsel im Rennbetrieb auszuhalten und gehen manchmal einfach so kaputt – oft nach wenigen Litern! Dazu kommen unzählige Werkzeuge und Zubehör und schlussendlich auch zwingend ein Helfer in der Boxengasse, der das Modell in den langen Finalläufen auftankt. 20 Minuten Rennaction sind für den Anfang auch wirklich zu viel Zeit.
Es gibt also sehr viele Gründe, die einen Fahranfänger das Rennen fahren ganz ordentlich vermiesen können.
Deshalb rate ich nachdrücklich zu einem elektrisch angetriebenen Modell!

Elektrobuggy 1/8
Das sind unglaublich belastbare, 4WD getriebene Rennmaschinen mit jeder Menge technischen Details, die beachtet werden müssen. Ausgestattet mit 3 Differenzialen, die teils mit unterschiedlichen Ölen befüllt werden müssen sind diese Modelle meist auch mit Stabilisatoren ausgerüstet, welche austauschbar sind und das Fahrverhalten relativ stark beeinflussen. Dazu kommen unzählige Möglichkeiten, das Fahrwerkeinzustellen. Spielt man alle möglichen und unmöglichen Kombinationen durch, ist man irgendwo bei einer 3-stelligen Anzahl an verschieden kombinierbaren Optionen! Nicht jedes Baukastensetup passt automatisch auf die Strecken, die bei uns gefahren werden – manche Grundsetups sind sogar ziemlich unfahrbar! Ja, jetzt fällt zwar der Glühzünder als mögliche Fehlerquelle weg und schon tauchen gleichzeitig neue Probleme auf, die einem neuen Rennfahrer den Tag vermiesen können. Da wir aber recht viele sehr gute Fahrer in unseren Reihen haben, kann man trotzdem auch als neuer Fahrer mit wenig Erfahrung erfolgreich in dieser Klasse mitfahren. Man muss sich nur ein Modell aussuchen, welches häufig benutzt wird und hatautomatisch Zugriff auf verschiedene gute Setups und natürlich auch Ersatzteile.
Trotzdem muss ich anmerken, dass auch diese Klasse nicht die optimale Möglichkeit ist, um die ersten Züge Rennluft zu schnuppern, denn die recht wenigen Fahrer sind allesamt auf einem hohen Level unterwegs (Ihr seid erstmal immer Letzter!) und für die Grundausstattung ist in jedem Falle ein guter 4-stelliger Betrag anzusetzen. [Anm. d. Red. Man kann auch mit gebrauchtem Material in den Rennzirkus einsteigen (siehe hier) oder Step bei Step (Siehe hier). ] Es gibt zwar zu fast jedem Hightech-Modell eine preiswertere 2. Variante, doch die wird nicht ohne Grund sehr selten eingesetzt. Eine komplette Saison halten die wenigsten “billigen” Modelle durch, ohne massiv Verschleißteile tauschen zu müssen. Man kommt dann übers Jahr gesehen durch die Teile auch wieder auf den Preis eines höherwertigen Modells, hat aber viele Stunden mehr investiert.

Truggy & Fun
Hier kann im Prinzip alles fahren, was nicht in eine Klasse passt – auch verbrenner getriebene Modelle. Das sind zum Beispiel Monstertrucks oder Truggies oder auch alle möglichen anderen Modelle, die im Maßstab1/8 (oder bedingt auch kleiner) sind. Grundsätzlich ist auch eine Teilnahme mit einem Tamiya Super Fighter möglich, doch besteht natürlich immer die Gefahr, dass der durch einen Kontakt mit einem schweren Modellganz schnell zerbrochen auf der Strecke liegt. Trotzdem ist die Fun Klasse eine sehr gute Möglichkeit, die ersten Meter auf der Strecke zurückzulegen. Ihr seid mit Eurem Modell, das Ihr vielleicht schon habt, gleich dabei und bekommt alles hautnah mit, was so auf und neben der Strecke passiert, könnt die anderen Fahrer mit Fragen löchern, spannende Rennen ansehen und Euch evtl. für eines der Modelle begeistern, die da so im Kreis fahren. Dazu kommen kurze Laufzeiten (sodass keiner überfordert wird) und lange Pausen, um die Modelle wieder zu richten und die Akkus nachzuladen.

Short Course 2WD 1/10

Diese Klasse ist eine sehr sinnvolle Möglichkeit, um mit dem Rennen fahren zu beginnen. Zum Einen ist die Klasse im OLC immer gut besetzt, sodass man jede Menge anderer Fahrer mit solchen Modellen um sich hat, zum Anderen lässt so ein SC-Truck die Geldbörse nicht ganz so arg trocken laufen.
Die Modelle sind an der Hinterachse angetrieben, was einen einfachen Aufbau zur Folge hat und die Modelle grundsätzlich sehr gutmütig und rund fahren lässt (wenn man es richtig anstellt). Dazu muss man sich natürlich einen sensiblen Gasfinger angewöhnen und schön auf der Line bleiben. Da die Modelle mit deutlich weniger Leistung schnell unterwegs sein können, sinkt einerseits der Wartungsaufwand im Antriebsstrang und andererseits bleiben die Kosten für Akkus, Lader, Reifen etc. in einem wesentlich überschaubareren Rahmen. Nicht wenige Fahrer kommen mit einem einzigen Satz Reifen über die komplette Saison und durchdas komplett von der Karosse überdeckte Fahrwerk, liegen Shorties bei einer Feindberührung seltener auf dem Dach.

Okay, also Shorty… aber welchen?
Das “Urmodell” unter den Shorties ist der Traxxas Slash – ein Modell, das eigentlich mehr auf Scaler macht, als dass es ein Wettbewerbsmodell ist. Es ist relativ schwer, träge und vom Basissetting recht untauglich für die Rennstrecke, für die es ursprünglich auch nicht gedacht war. Aber die crazy guys from the United States wollten eben damit Rundstreckenrennen fahren, so wie es die coolen Typen in den völlig übermotorisierten V8 Monstern auch tun – also haben sie es einfach gemacht! Die neue RC-Klasse erlebte in den Staaten einen regelrechten Boom und schon bald kamen die ersten Modelle auf den Markt, die eindeutig Renngene der weit verbreiteten 2WD Elektrobuggies in sich trugen. Inzwischen gibt es eine zwar noch überschaubare, aber ausreichende Auswahl verschiedener Wettbewerbsmodelle, die natürlich alle irgendwo serienmäßig auch die eine oder andere kleine Macke in der Konstruktion haben. Ziel ist es also, das sinnvollste Modell für den eigenen Geldbeutel und Nerven zu finden.
Für unsere Lehmstecken sollte Euer neuer 2WD SC Truck die Möglichkeit haben, in Heckmotorkonfiguration aufbaubar zu sein. Heckmotor bedeutet in diesem Fall, dass dieser hinter der Hinterachse und quer zur Fahrtrichtung angeflanscht wird. Dadurch wandert ein großer Teil des Fahrzeuggewichts nach hinten, was zu einer enorm erhöhten Traktion beim Beschleunigen aus den rutschigen Kurven führt.
Einige Modelle bieten die Möglichkeit, den Motor wahlweise vor oder hinter der Hinterachse aufbauen zukönnen. Ist das der Fall, ist das ein netter Bonus, denn so könnt Ihr für den Winterbetrieb den Motor vor die Hinterachse montieren. Im Winter fahren wir nämlich oft auf sehr griffigen Teppichstrecken in Sachsen und in Prag!
Verschiedene Modelle haben sich als sehr tauglich für den harten Renneinsatz herausgestellt und lassen sich auch umfangreich einstellen, um für jede Strecke und jeden Fahrstil optimal zu funktionieren. Das wären zum Beispiel [Anm. d. Red. Stand 2015]:

  • Team Durango DESC210R in der letzten Version (wird leider derzeit nicht mehr hergestellt!)
  • Team Associated SC10 oder SC10.2 am besten in der FT Version
  • TLR SCT 22 oder 22.2
  • Kyosho Ultima SC6
  • Serpent Spyder SRX2 SC
  • Proline Pro2

Diese Modelle liegen als Roller (Bausätze ohne Elekrokomponenten und Reifen) bei irgenwo um die 200 -380,-€ und sind teilweise sehr hochwertig und detailverliebt konstruiert worden. Einige dieser Modelle sind auch als RTR Versionen (meist komplett fahrfertig) verfügbar. An den RTR Modellen fehlen teilweise einige Optionen und einige Teile sind aus Kunststoff, die bei den gleichteuren oder teureren Bausätzen aus Aluminium oder Carbon gefertigt sind.

Und was braucht man noch?
Im Falle eines Bausatzes noch folgendes:

  • Elektro Brushless Motor … am besten im Bereich 17,5 – 10,5 Turns (je weniger Turns, umso mehr Drehzahlgibt der Motor ab).
    Für einen Einsteiger tut es ganz klar ein 17,5T Motor. Der ist recht einfach zu beherrschen und man kann sich somit mehr auf das Fahren konzentrieren und ist nicht ständig damit beschäftigt, das schlenkernde Heck wieder einzufangen. Preis ca. 40 – 60,-€
  • Brushless Regler um die 60A (bewährt haben sich insbesondere durch ein sehr gutesPreis/Leistungsverhältnis die Modelle aus der Baureihe “Xerun” von Hobbywing.) Ab ca. 60,-€
  • Lenkservo ab 10kg (Preisklasse um die 50,-€)
  • Pistolenfunkanlage z.B. von Spektrum oder Sanwa (einfach mal probehalten!) Ab ca. 90,-€
  • 2x Lipo Akku 2S im Hardcase ca. 5000mAh (ab ca. 35,-€ pro Stück)
  • Lipo Ladegerät ab 50 Watt (ab ca. 50,-€)
  • Reifensatz von Proline, AKA, Jconcepts oder auch VP-Pro (ca. 40 – 60,-€)
  • Öle und Fette für Dämpfer, Diffs etc. (ca. 30,-€)
  • Werkzeug Grundausstattung (Zangen, Schere, Messer, Schraubendreher, usw. ca. 50 – 100,-€)
  • Grundausstattung an Ersatzteilen, Schrauben, Muttern, etc. für ca. 100,-€

Wenn Ihr das so zusammenrechnet, seid Ihr irgendwo zwischen 600,- und 900,-€ je nach Ausstattung und damit dann aber auch zumindest von der Hardware her absolut befähigt, um Podiumsplatzierungen einzufahren. Die gleiche Variante als RTR Modell ist möglicherweise für 400 – 600,-€ zu haben. Gute Reifensind aber auf jeden Fall Pflicht, sonst kreiselt Euer Modell eher unkontollierbar auf dem staubigen Lehmherum.

Da der orginale Threadbeitrag defekt ist, nicht mehr wieder hergestellt werden kann, habe ich diesen Thread nachgebaut.

BESIDE THE RACE      Rennteilnahme ist einfach…