Ein Jahreswechsel ist immer ein Zeitpunkt, einmal mit prüfendem Blick zurück zu schauen und aus diesem Rückblick die Kraft und Erkenntnis zu schöpfen, mit neuer Hoffnung, neuen Vorsätzen nach „vorn“ zu schauen. Nachdem ich 2016 erstmalig eine komplette Saison an einem Cup teilgenommen hatte, wollte ich nun für mich eine erste Analyse betreiben.

Das Fazit nach 1 ½ Jahren:
Fangt bloß nicht mit dem Rennzirkus an, es ist wie eine Sucht!​

Rückblick

Nein… nach nun 1 ½ Jahren und eine komplette Saison in einem Cup als so genannter „Hobby Fahrer“ ziehe ich einmal Bilanz bzw. ein zwischen Fazit.

Ende der Saison 2015 hatte ich folgende Punkte die ich „umsetzen“ wollte:

  • Ich wollte ein Nitromotor fahren und nicht mittig in der Saison tauschen und eine Spritsorte verwenden und hier nicht tauschen. Dieses sollte allgemeine Ausfälle wegen Abstellern und falsch laufendem Nitrotriebwerk einfach ausklammern.
  • Ich wollte mir ein oder 2 Transporttaschen zulegen, um die Bequemlichkeit etwas zu unterstützen und ich hatte mir überlegt, auf einen LeFi Empfänger Akku und einem LeFi Starterbox Akku zu wechseln.
  • Life Akku für Empfänger und Starterbox kamen dann sehr zeitnah und im Grunde war es eine sinnvolle Entscheidung. Warum ein Life Akku für einen Empfänger, ein NiMh Hump Akku tut es ja auch. Ja, leider ist der zu betreibende Aufwand eben um ein wesentliches höher. Einen NiMh Akku muss ich irgendwann einmal komplett entladen und diesen Formatieren, damit er seine ursprüngliche Leistung behält. Da ich 2 starke Servos verwende, waren alle von mir verwendeten NiMh Akkus nach einiger Zeit sehr ausgenudelt… – lag bestimmt auch an einigen Pflege Fehlern die ich als Anfänger gemacht hatte …- … und was ist ärgerlicher, als in einem Finallauf – die Krönung des Wochenendes – fest zu stellen, das das Auto wegen schwachen Empfängerakku stark verzögert reagiert und man eher als Zombie auf der Strecke fährt….
  • Den Blei Akku der Starterbox zu wechseln, das war eben ein Luxusproblem. Zum einen kann man auch mit einem Seilzugstarter an den Start gehen, zum anderen kann man aber auch eine Autobatterie mitnehmen. Nur ist eben ein LiFe oder LiPo Akku wesentlich leichter und handlicher. Lediglich die Ladung und Aufbewahrung ist anders.

Erfahrungen

Technik und seine Fehlerquellen

Tamiya Stecker sollte man – soweit möglich – bei Stromsteckverbindungen mit viel Amper nicht verwenden. Z.B. in einer Starterbox nicht, denn dann kann es vorkommen, dass die Stecker aufgrund des starken Stromflusses sich „kaputt löten“. Hier gibt es wesentlich angenehmere Stecker im Modellbau Bereich. Hier der Tipp, entscheidet Euch zu Beginn auf einen Stecker und versucht diesem ohne Ausnahme treu zu bleiben.

Mit Stetigkeit weg vom Tabellenende

Fahrt bei einem Cup regelmäßig mit. Allein die regelmäßige Teilnahme als Hobbyfahrer und das Antreten an vielen Rennen wird Euch ins fröhliche Mittelfeld katapultieren. Sogar wenn Ihr bei allen Rennen „früh“ ausscheidet, allein die regelmäßige Teilnahme bringt Euch weg vom Tabellenende. Das sollte auf fast alle regionalen Cups zutreffen. Natürlich ist aufgrund der örtlichen Gegebenheit die Teilnahme an fast allen Läufen eines regionalen Cups auch mit vielen An- und Abreisen verbunden, hat man sich aber das Ziel vorgenommen, nicht am Ende der Tabelle zu stehen, ist es schon der erste leichte Erfolg.

Zelt, Pavillon oder Renngemeinschaft

Wenn Ihr einen eigenen Pavillon kaufen wollt, nein nehmt nicht das 40 – 50 Euro Ebay. Es gibt einige Motorcross Ausstatter, die Faltpavillon für 120 – 160 Euro ab verkaufen. Diese sind zwar schwer, aber eben auch stabile und dicht. Und wenn Ihr kein eigenes haben wollt, dann beteiligt Euch in einer Gruppe, Partnerschaft und sitzt unter einem Pavillon zu mehreren. (https://www.24mx.de, https://www.mxc.de etc.)

„Man fährt gegen sich selbst…!“

Ja… das ist wahr und das kann man so stehen lassen. In den ersten Rennen fährt man gegen sich selbst. Im ersten Rennen muss man mit dem Wechsel zwischen Fahren, Reinigen / Reparatur, Helfer und wieder Fahren Rhythmus klar kommen, in den folgenden Rennen mit der simplen Tatsache, dass es eben eine Strecke ist wo auch andere Fahren und die Strecke eben begrenzt ist. Erst wesentlich später beginnt man dann das Auto auf Strecken anzupassen.
Das ist auch der Hauptgrund, warum man zu Beginn ohne Probleme einem gebrauchten Modell eines anderen Fahrers erfolgreich teilnehmen kann, da einem die Vorteile eines Top aktuellen Bausatzes nicht viel bringen.

Kleine – aber ggf. realitische – Ziele

Wer an einem regionalen Cup teilnehmen will, muss sich kleine Ziele setzen. Die wenigsten, wenn nicht sogar niemand wird als frischer Einsteiger direkt unter die Top 15 Fahrer kommen. Mir ist wenigstens keiner bekannt. Es ist auch verständlich, denn die Top 20 Fahrer machen das seit Jahren und haben Erfahrung mit Setup, mit dem RC Modell und dem Renngeschehen gesammelt. Das fehlt uns als Anfänger und das muss man so akzeptieren. Da nützt es gar Nichts, sich das Weltmeister RC Car vom Vorjahr zu kaufen.
Wenn man sein Prestige nicht zwingend an den ersten 10 Plätzen fest macht und einfach erkennt was man wie und wo geleistet hat, dann macht es Spaß. Ehrgeiz ist sicherlich gut, eben aber lediglich im gesunden Maße und sollte nie dem Spaß an der Sache Schaden.

Defekte gehören dazu, man muss lernen damit um zu gehen

Ein Rennwochenende ohne auch nur einen einzigen Defekt, selten bis unmöglich. Selbst die besseren Fahrer holt das Pech bzgl. eines Defektes ein. Es ist ebenso und man kann zum einen durch guten technischen Dienst am Fahrzeug und gute Vor- / Nachbereitung die Wahrscheinlichkeit eines Defektes minimieren, ausschließen aber nicht.
Das ist ein Faktum, dass man akzeptieren muss, man kann sich aber durch gute Kenntnisse an seinem RC Car und durch etwas Routine und Gelassenheit an defekte gewöhnen. Wenn man akzeptiert das es dazu gehört, kommt man auch damit klar, einen Defekt „am Rennwochenende“ zu beheben.

Fazit

Vom unbekannten Neuling zum bekannten – wenn auch erfolglosen – Mitfahrer.
Ja, das ist wohl mein Fazit und dass ich in der Rangliste so weit in das Mittelfeld vordringen konnte, hat mich nun am Ende des letzten Rennwochenendes doch selber überrascht. Allein die regelmäßige Teilnahme und der kameradschaftliche Umgang im Fahrerlager bringt einem ein familiäres Gefühl. Hat man ein Motor Einstellungsproblem, einen technischen Defekt oder ein unlösbares Problem… Hilfe bekommt man. Nach einiger Zeit gehört man mit dazu, man kennt Gesichter, weiß sogar wer auf dem gleichen Leistungslevel steht und wer besser ist. Ja man bekommt sogar den Trubel neben dem rennen mit, das am Lagerfeuer sitzen, das Blödsinn reden und das gemeinsam Lachen und Erfolge erleben… eben das Sein.
Daher auch der ironische Spruch zu Beginn. Es ist wie eine Droge, hat man einmal Blut geleckt, dann ist man nach einem Jahr soweit und macht freiwillig in einem der späteren Finalläufe Helfer oder ist Zuschauer, weil das Interesse an dem Sieg des anderen da ist und man mit den Protagonisten auf dem Fahrerstand mitfiebert.

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