Race in the legion lentil cauldron…
Let’s Race again…

Die Buggys springen über die 6er Sprungkombination, als wenn sie wie Delphine über Wellen springen, dann kommt das führende Fahrerfeld über die letzte Welle. Die kleinen Nitrotriebwerke kreischen auf, man sieht wie die brachiale Kraft der kleinen Motoren die Buggys beschleunigen, in dem sie leicht mit der Schnauze nach oben kommen.
Dann in die längere 180° Linkskurve die leicht erhöht ist und erneut mit aufheulenden Motoren auf die Gegengerade. Die führenden Markus „Specko“ Lehr, mit einigen Meter Abstand gefolgt von Stefan Leichner und Björn van Beest springen über den Sprung am Ende der Geraden ins Innfield. Wer wird es schaffen, die 30 Minuten hier vorn zu bleiben?

Am Ende ist es Stefan Leichner, der das Rennen für sich entscheidet und sich in dem konkurrenzstarken Fahrerfeld mit Abstand von einer Runde auf Markus „Specko“ Lehr den Sieg sichert. Doch zwischen den ersten Trainingsrunden und dem Sieg stehen viele Stunden und nicht nur die 30 min. Finallauf.

Inhalt

Der Schrauber

Das Pavillon von mir und Bernd steht genau am Durchgang, an dem der hintere Teil des Fahrerlagers vorbeischreitet, wenn sie zur Strecke gehen.

In regelmäßigen Abständen kommt auch Bernd Schmidtder Mann in roter Latzhose – an meinem Schrauberplatz vorbei. Jedes Mal mit dem freundlichen Hinweis „…nur am Schrauben der Kerl!“

Diese Feststellung ist natürlich mit einem großen Portion Ironie versehen. Im Laufe des Wochenendes schafft es Bernd immer dann an meinem Pavillon vorbeizugehen, wenn ich wirklich gerade wieder etwas am Schrauben bin. Nicht einmal, weil ich einen Defekt habe, sondern weil ich an meinem Setup Anpassungen vornehme. Aber auch sowas gehört dazu, es kann getrost unter dem Motto “Fahrerlager Schnack“ eingegliedert werden. Es gehört dazu, würde es nicht stattfinden, so würde man es vermissen.

Geh in Dich

Wenn Du diesen Text hier grade liest und nicht bereits ein aktiver RC Rennfahrer bist, oder wenigstens ein aktiver RC Fahrer in einem Verein, dann frage Ich Dich, warum ist das so?

Du hast aus Interesse oder weil Dir jemand gesagt hat, ließ das mal, diesen Rennbericht geöffnet und liest Ihn aktiv durch, der Schritt zum aktiven RC Fahrer oder sogar zum aktiven RC Rennfahrer ist viel, viel kleiner und mit weniger Hürden bestückt, als Du selber glaubst.

RC Fahren macht alleine ebenso „gar keinen“ Spaß. Es ist ja kein klassischer Modellbau, wo man am Ende seiner Arbeitsschritte einen Platz in der Glasvitrine frei räumen muss. – Ok, ok, die guten RC Rennfahrer müssen das für Ihre Pokale tun – 😉

Also RC Fahren zusammen im Verein ist schon mal ein erster Schritt. Auf „RC-Strecken“ und „RC-Maps“ kannst Du sehen, wo und welche Strecken es so in Deutschland gibt, vielleicht gibt es ja einen Verein viel näher an deinem Wohnort, als Du es selber gedacht bzw. vermutet hast. Machen wir uns nichts vor, „Vereinsmitgliedschaft“ ist ja so etwas von 80ziger, da ist selbst der Opel Manta schon modern. Aber Vereinsmitgliedschaft hat – grade im RC Modellbau – auch undiskutable Vorteile. Man Trifft sich, kann Wissen austauschen und muss nicht nach dem „Trey and Error“ System vorgehen. Man spart, da man viele klassische Fehler erst gar nicht begeht.

Der letztendliche Schritt, zum RC Rennfahrer ist dann nur noch der innere Schweinehund. Also einfach mal über seine Ängste, den Schatten oder eben den Terminkalender Springen und einfach mal „Teilnehmen“. Die eigentliche „Rennteilnahme“ ist leicht, hat viel weniger Hürden als man denkt und der Spaß, die „Vernetzung“ und das „Was man für sich dabei rauszieht!“ ist doch wirklich deutlich auf der „Haben Seite“ der innerlichen Bilanz zu finden.

Wenn Du wirklich noch ungelöste Herausforderungen – also Probleme – hast, offene Fragen oder noch in einzelnen Bereichen zu unsicher bist und gern jemanden ein paar Fragen stellen willst, nimm gern mit mir – unter “Über mich” findest DU die Kontaktmöglichkeiten – Verbindung auf. Ich helfe gern und versuche Dir die Fragen zu beantworten oder wenigstens auf „Wissende“ zu vermitteln. Ich versuche zusammen mit Dir Antworten und Lösungen zu finden!

Somit gibt es hier nur noch eine einzige Frage:
Wann wirst auch Du zum „Rennfahrer“?
😎🏁😎

…oder…
Wann mindestens RC Fahrer in einem Verein?

Wenn Du schon RC Rennfahrer bist und diesen Text liest, dann hilf dabei, dass wir viele RC Fahrer und RC Hobbybegeisterte erreichen und Teile diesen Rennbericht in Foren, Facebookgruppen oder via WhatsApp. 🙂👍

Wohin denn nun?

Markus Reitz hatte es geschafft, seien Pavillon bereits aufzubauen. Er hatte uns auch gleich netterweise einen großen Platz mit Baustellen-Band „reserviert“. Nach meiner Ankunft und der beschriebenen Regenpause, war es nun an der Zeit, die Entscheidung zu treffen wo genau die Pavillons aufzubauen sein.

Wir bauten dann mein Pavillon auf, so dass wir am Morgen lediglich die Pavillons wie Tetris Steine drehen und verschieben müssten.

In den frühen Morgenstunden kam auch Bernd Spielberger hinzu, gemeinsam entschlossen wir uns nebeneinander – in Reihe – aufzubauen, so mit dem Fahrerlager einen kleinen Trampelpfad zur Strecke übrigzulassen.

Es war genau die richtige Entscheidung, die nur durch die Hilfe und Unterstützung von Markus Reitz möglich war, vielen Dank.

Streckenverlauf

Im „Linsenkessel“ gibt es keine klassische „Start-Ziel“ Grade, da diese bereits das im Innfield liegende „S“ darstellt. Also beginnen wir am „Ende“ der Start- Ziel Aufstellung, der Graden nach der 180° Kehre der Zeitschleife. Diese Garde geht dann in eine lang gezogene links weisende S-Kurve, die direkt in eine lang gezogene erneut mit S-Schikane versehene Grade übergeht. In dieser Graden gibt es zwei Erhebungen, so dass der Fahrer zu der nachfolgenden S-Fahrweise gezwungen wird, oder eben „Springt“.

Diese lang gezogene Gerade mit S-Schikane endet in einer engen 180° Kehre über rechts, diese geht direkt in eine Sprungkombination über, die vom Fahrerfeld „6ser“ genannt wurde. Diese Sprungkombination ist ein wenig die „Achillesferse“ des Linsenkessels. Im Regelfall fährt man die ersten beiden Wellen zügig, springt diese aber nicht, dann die dritten oder vierte in 1/3 oder 2 / 2 Kombination springen und landet in der Senke vor der letzten Welle. Die sechste Welle der Sprungkombination endet gleich – bereits bei der Abfahrt – in eine erneute enge 180° Kehre über links.

Diese Kehre leitet eine der drei – auf der Strecke vorhandenen – Geraden ein, sie zieht sich grade und ohne Hindernisse bis zu einer langen und offenen 180° Kehre über Links hin, diese Kehre liegt leicht erhöht. So endet die Grade in einer leichten Stufe – Sprung – der zu Beginn der Kurve liegt.

Hier hatte der MSV Linsengericht – aus der Erfahrung der Vergangenheit – Werbebanner angebracht, denn in der Vergangenheit gab es schon „Absprünge“ in das Gestrüpp hinter der 180° Kehre und in den dort fließenden Bach.

Die 180° Kehre über Links zieht sich lange hin und hat eine angemessene Breite. In dem inneren Kurvenrand sind „Motorcross Offroad-Fahnen“ – Bahnmarkierung – installiert. Die Kehre endet in einer erneuten Stufe, die die zweite Gerade einleitet. Es ist eine der längsten Geraden der Strecke die sich anfügt.

Sie wird abgeschlossen mit einer Bodenwelle die eine 60° Kurve nach Links einleitet, diese erfolgt auf der Rückseite der Bodenwelle. Ein kleines grades Stück von ca. 1,5 m dann folgt eine breite 180° Kehre über Rechts. Diese 180° Kehre verändert sich in der Regel an einem Rennwochenende, da es Lehmuntergrund ist und unweigerlich hier mal mehr und mal weniger „Löcher“ entstehen.

Erneut eine kurze Grade von 1-2 m und eine enge 180° Kehre über Links, die hier Teppich als Untergrund hat. Diese Kehre leitet eine 2er Sprungkombinatorik ein. Die 2er Sprungkombination kann in der Regel gesprungen werden, aber man benötigt doch etwas „Speed“. Der Gesamte Sprung hatte der MSV Linsengericht erneuert und er hat Teppich als Untergrund. Nach dem Sprung folgt eine 45° Kurve nach rechts, die dann direkt in eine 180° Kehre über Links übergeht, auf Pflasterstein.

Im Scheitelpunkt der 180° Kehre liegt die Zeitschleife, die dann in eine der drei Geraden auf geht, der „Start & Ziel“ Geraden, was diese Runde abschließt.

Unerwarteter Besuch

Nach einem der Trainingsläufe hatte ich etwas Zeit, da ich keinen Defekt am Buggy feststellen konnte und die Reinigung nicht so viel Zeit in Anspruch nahm.

Ich schaute mir also einen der Trainingsläufe der Expert Klasse an, was beim MSV Linsengericht angenehm ist, da sie grundsätzlich immer auch Bänke zum Hinsetzen an die Strecke stellen.

Als ich zurück gehe sehe ich vor dem Imbissstand, Owe. Ich bin positiv überrascht, ich hatte ihn erst vor Beginn der Saison angeschrieben, was denn in der Saison 2022 nun bei ihm los ist. Ich begrüße ihn und freue mich, dass er da ist und frage auch gleich “Und wo ist Roman?“

Hinter mir am Imbissstand steht Roman, als ich mich umdrehe schaut er verwundert zu mir rüber. Ich begrüße ihn und freue mich, dass er nach langer Pause wieder einmal den Kontakt zum RC Rennsport aufgenommen hat.

Man könnte meinen, dass eine solche Begegnung nicht zwingend in einem Rennbericht erwähnt werden müsste. Aber Roman und Owe sind die 2 Personen, die mitverantwortlich sind, dass ich überhaupt den Weg 2015 zum RC Rennsport gefunden habe und meine eigene Angst überwinden konnte. Es waren die sogenannten „Kümmerer“, die Angst von Neulingen abfedern indem sie ihnen gut zuspreche und auch nach mehreren Fragen ruhig und besonnen eine Antwort geben.

Somit freut es Mich, dass beide wieder den Kontakt zum RC Rennsport suchen und für die kommenden Rennen sogar eine aktive Teilnahme planen.

Maulwurf des Grauens

Am Freitagabend hatte ich schnell den Platz für meinen Wurf Zelt gefunden. Es war schnell aufgebaut, aber in der Dämmerung hatte ich wohl übersehen, und dass dieser Bereich von mehreren kleinen Löchern übersät bar. Es waren wohl vom Maulwurf aufgegebene Eingänge zu seinem unterirdischen Bau.

In der ersten Nacht war der Untergrund noch etwas stabil und man merkte diese Löcher nicht. In der zweiten Nacht konnte ich, obwohl ich relativ müde war und eine Isomatte unter meinem Schlafsack hatte, nur relativ schlecht schlafen.

Es fühlte sich so an, als wenn man auf einer harten Matratze mit lauter Tennisbällen schlafen würde.

Ja, auch so etwas gehört zu einem Offroad Rennen, wenn man denn vor Ort schläft. Dementsprechend versuchte ich dann zwischen dem letzten Vorlauf und dem Finale noch etwas Schlaf nachzuholen.

Eigener Verlauf

Im Vorfeld

Natürlich war geplant, dieses Mal bereits am Freitag anzureisen. Da auch in Fulda keine großem Defekte aufgekommen waren, war dieses auch möglich und dass „Vorpacken“ am Donnerstag ohne weitere Verzögerung abgeschlossen.

Am Freitag bei frühzeitigem Beladen des realen Kfz kam es dann aufgrund der erhöhten Luftfeuchtigkeit – Regen – doch zu einer aufgezwungenen 30 min. Pause. Trotzdem konnte ich dann doch recht früh vom Hof rollen und schaffte es in ein gutes Zeitfenster, so dass ich nicht in dem Berufsverkehr rund um Frankfurt steckte. Die Anreise war ein abwechslungsreicher Ritt durch alle Wetterlagen die es so gab.

Als ich am Linsenkessel eintraf, war ich grade 2 Minuten vor der Regenfront, es ergab sich dann eine 2te Zwangspause, als die Regenfälle an dem Abend auch den Linsenkessel noch einmal anfeuchteten.

Freitagabend

Wir bauten dann kurz zusammen mein Pavillon auf, mit dem Plan es dann am Samstagmorgen in Abstimmung mit Bernd Spielberger umzustellen. Dann noch schnell das Wurf Zelt aufgestellt, bezugsfertig eingerichtet und der gemütliche Teil sollte an den Start gehen.

Oft ist es so, dass an den Freitagen immer etwas „intensiver“ beim abendlichen Ründchen zusammengesessen wird, da ja niemand am Samstag damit rechnet nach Hause fahren zu müssen.

Letzte Nachhut ist dann der harte Kern und irgendwann geht es dann doch ins Bett.

Samstag

Sehr früh kommt Bernd Spielberger an, mit Schwiegervater Fritz, den Kids Felix und Paul und einem Anhänger am Kombi. Kurze Abwägung wie man die Pavillon Burg nun aufstellt, das Pro- / Contra abgewogen und es ging an’s „Beziehen“ der Pavillons. Der Schrauberplatz war eingerichtet, Strom in Form einer 12v Pkw Batterie da und es ging los.

Eine kurze Sichtung der Strecke, die schon früh am Morgen von den MSV Linsengericht Mitgliedern mit Sägemehl gepudert wurde, ließ uns die Entscheidung fällen, dass es auch ohne ersten Trainingslauf geht.

Im ersten Trainingslauf führ fast keiner oder grade einmal ¼ der eingetragenen Personen. Einige nutzen die Zeit, den Motor noch etwas einzustellen, erst in der 2ten Hälfte der Gruppen wurde der erste Trainingslauf zum Fahren genutzt.

Training

Zweiter Trainingslauf

Das zweite sollte nun mein erstes Training sein. Die letzten Buggys aus den ersten Läufen kamen halbwegs „verschmutzt“ von der Strecke, aber nicht so wie im Oktober 2021. Also sollte es los gehen und es war dann auch einmal der Test, mit der von Wladimir Schwab benannten Differential Mischung einmal anzutreten.

Ich kam gut rein und konnte mich doch schnell an die S Schikane im Innfield auf der S-Förmigen Grade gewöhnen. Die 2er Sprung Kombi ging ganz gut, dem O.S. Speed reichte die Auffahrt um genügend Schwung zu haben.

Bei der 6er Sprung Kombination versuchte ich verschiedene Kombinationen, 2 rollen und dritter mit Schwung springen und Landung hin bekommen…

Letztendlich habe ich 2x den Helfer benötigt.

Dritter Trainingslauf

Nun ging es ans „Reinigen“. Mit der Reifenreinigungs-Maschine – Gitterrost in Wasserschale – ging das reifenreinigen recht gut. [Ich hatte im Fahrerlager sogar eine Konstruktion gesehen, die mit Akkuschrauber betrieben wurde, nice.] Hier und da hatte sich der feuchte Lehm dann doch noch am RC Buggy festgekrallt, aber letztlich ging es gut. Nun ging es daran, das mittlere Differential anzupassen, wie von Wladimir Schwab in Fulda bereits empfohlen.

Nachdem ich parallel die Akkus laden konnte ging es dann los, dieses Mal half mit abwechselnd Fritz oder Felix in der Box, was wesentlich entspannter war und einmal Sascha. Ich wollte auch wissen, wie sich der Motor machte, ob er passend, zu kalt oder zu heiß war.

Es war knapp, aber ich schaffte es und man merkte mit höherer Viskosität im mittleren Differential, wie die Kraft des Motors deutlich stärker an die Reifen abgegeben wurde. Der ganze Buggy zog nun deutlich kräftiger an, auch wenn das Heck immer noch ab und an instabil war.

Qualifikation

Erster Qualifikationslauf

Zum ersten Qualifikationslauf änderte ich nun noch mal das Front- und Heckdifferential. Erst später fiel mir ein, das Frontdifferential hatte ich ja in der Woche zu Hause schon auf 7t geändert. Jetzt ging ich im gesamten Buggy auf 10 / 10 / 3.

Zum Start der Qualizeit komme ich gut weg und bin im Fluss. Ich hänge dann aber 2x im Verkehr fest und einmal war ich unglücklich auf dem Dach gelandet. Trotzdem spürte es sich insgesamt schnell an. Als ich dann später sah, dass ich bei allen Trainings und Qualifikationen nicht letzter, sondern stetig im Mittelfeld war, war das bereits ein unerwartet erfolgreiches Ergebnis.

Das Heck ist ruhiger und ich komme gut durch die Kurven.

Zweiter Qualifikationslauf

Ich komme gut rein, schaffe es als 2ter bei Qualifikationszeit Start über die Zeitschleife zu kommen und mache dann in der 6er Sprungkombi einen Fehler. Ich überschätze meinen Schwung, komme falsch auf und der Buggy liegt – mitten im vorbeifahrenden Fahrerfeld – auf dem Dach. OK… ruhig bleiben, aber das Gegenteil ist der Fall. Es heftet sich ein kleiner Fehler an den anderen. Am Ende versuche ich lediglich ein paar Sprungkombinatorik und Fahrlinien zu probieren.

Obwohl ich den Vorlauf moralisch „in die Tonne“ trete, bin ich in den Rundenzeiten immer noch nicht Letzter…

Samstagabend

Ich bin so müde und abgekämpft, dass ich ein plötzliches Motivationsdefizit habe. Ich setze mich hin und genieß die Sonne, erst mal 10 min. nichts machen.

Danach geht es weiter… die übliche Routine und der alt bekannte Kreislauf. Buggy reinigen, auf Defekte prüfen und dann Setup Check. Nun noch die Kupplungslager tauschen, damit das Finale morgen nicht frühzeitig von 1,- Euroartikel entschieden wird – Kupplungslager -.

Dann geht es Schlag auf Schlag, denn erst helfe ich beim Jugendlauf und danach schau ich mir das Rennen zwischen Florian Schimm und Marcus Krause an.

Ich packe noch grob alles ins Auto und fahre das vorn in den Eingangsbereich, damit ich am Sonntag nicht so viel zum Schleppen habe. Noch ein kleines Highlight hatte dieser Hessencup zu bieten, Steffen Kunz hatte zwar keine Wette verloren, ließ sich aber trotzdem die Haare schneiden, er hatte ab jetzt “die Haare schön!”. 😉

Das gemeinschaftliche Grillen und die Abendverpflegung stehen an und es ist bereits – trotz Mai – dunkel. Kurzzeitig stehen wir im Dunkel, da der Dieseltank von Bernds Stromaggregat leer ist. Im Schein der Taschenlampe wird der Kraftstoff nachgefüllt, 2x, 3x mit Kraft anreißen und das Aggregat schnurrt wieder.

Nachdem das Einräumen und Aufräumen abgeschlossen sind, Bernd die Kids ins Schlaf-Pavillon gebracht hat, kommt es noch zum lustigen Beisammen sein. Erst in kleiner Runde und am Abend gibt es dann noch ein Geburtstagskind.

Die Nacht auf dem Tischtennisball Bett wird zwar zur Qual, aber wenn man müde ist, schläft man auch da.

Sonntag

Dritter Qualifikationslauf

Wiedererwarten ist die Strecke trocken, was an einem Sonntagmorgen nicht immer so sein muss. Sie ist nun so trocken und hat durch den leichten Morgentau wieder etwas mehr Gripp. Das Motto des dritten Qualilaufes ist: „Sicherheit“. Lieber ein riskanter Sprung auslassen, dafür aber viele Runden.

In der Vorbereitungszeit lege ich mich noch einmal aufs Dach, war rechts vom großen 2er Sprung abgekommen, es ermahnt mich noch einmal. In meinen RC Rennfahrertunnel komme ich aber, schaffe es selbst im Verkehr und bei Helfereinsatz auf der Strecke durch ruhiges und kontrolliertes Fahren gut im Fluss zu bleiben.

Ich komme gut durch und bin im Fluss, im Lauf Versuch ich weiter gut durch zu kommen. Einmal versuche ich die 6er Sprungkombination zu springen, ich lande auf dem Dach, zu meinem Glück ist der Helfer schon da.

Ich fahr weiter vorsichtig und komme insgesamt gut weg…

3ter Platz… krass hatte ich so auch noch nicht.

Finale

Im ¼ Finale A starte ich vom Platz 7. Zu Beginn gibt es kleine Koordinationsschwierigkeiten, wer ist denn nun Helfer und ist bei mir in der Box. Das verwirrt mich so sehr, dass ich trotz Headset nicht mitbekomme, das Felix mich schon auf die Strecke gesetzt hat. Zum Glück kein Defekt, ich häng an der Stange fest, auf der die Kamera zu Streamen installiert ist.

Dann geht die Vorbereitungszeit los und ich versuche mich schon jetzt auf einen Rennzyklus einzufahren. Das gelingt mir ganz gut und ich fahre nach Aufforderung die Box an.

Mmhhhh Start… wie oft habe ich hier in der Vergangenheit alle hart erarbeiteten Plätze hingeworfen… ok, Konzentration.

„8… 7… 5… Buggys absetzen … 4… 3… ….  Start!!!“

Ich ziehe nach Außen und komme an 2 sich streitende Buggys vorbei, dann mit Schwung durch die nächste Lücke und in der S Schikane vor der engen 180° Kehre liegt auch jemand, in der Kehre noch an einem innen vorbei…

Jetzt um Gottes Willen kein Fehler in der 6ser Sprungkombination… ich komme durch, jetzt Gas, beschleunigen und mit viel Schwung und Speed durch die 180° Kurve, auf die Grade und wieder Speed. Den Sprung in die Linkskurve, perfekt, die 180° Innfield Kehre, super…

Wieder Speed und 180° Kurve, Gas und Sprung / Landung und mit Speed über Zeitschleife und auf die Grade rauf beschleunigen, Linker Curp angesteuert, perfekt…

Ich erinnre mich kurz an Kai Killmann „Fahr Dein Rennen!“ – und so ist es dann auch. Wer von hinten kommt und nicht eindeutig die führende Spitze ist, der kann mich ja überholen. Ich schaffe es auch in den folgenden Runden ohne kapitalen Fehler gut durch zu kommen. Dann irgendwann „Tanken“.

Der Motor bleibt an, ich fahre raus aus der Box und jetzt… weiter geht’s. Ich weiß nicht welchen Platz ich habe oder wo ich stehe, aber ich habe gefühlt 2-4 Kopf an Kopf Fights oder ich versuche mich an das Heck eines schnelleren Fahrers zu heften und schaffe es im Finallauf auch ganz gut.

Überzeit, eine Runde noch und ich bin durch. Ich habe es nicht auf den Aufstiegsplatz geschafft, es wäre der dritte Platz gewesen. Ich habe es aber geschafft meinen 7ten auf den 5te Platz zu verbessern und habe kein Defekt am Fahrzeug…

Fazit

OK, ¼ A Finale und von 7 auf 5 hochgekämpft mit einem guten Abstand zu meinem Verfolger, das war bis jetzt eines meiner besten Ergebnisse und das bei diesen Mitstreitern. Auch hat sich mein ORE 4 WD Buggy Training ausgezahlt, denn ich bin gut in meinen Rennzyklus gekommen und habe es geschafft beim Start den Platz zu halten und zu verbessern.

Also… coole Teamarbeit mit Bernd Spielberger, beste Platzierung aus vergleichbaren Rennen und geiles Wetter – das war mehr als ich von dem Wochenende erwarten durfte. Der kleine Wehrmutstropfen ist der verlorene Platz von Felix, aber… Thats it, Motorsport.

Weltuntergangs Regen

Wie immer vor einem Rennen, wird schon einige Tage zuvor die Wettervorhersage ausführlich studiert., es war Regen für den Freitagnachmittag vorhergesagt, aber er sollte bereits am Abend in Form von heftigen Sommergewittern abgezogen sein.

Diese Vorhersage traf zu, verzögerte sich aber um einige Stunden. so saß ich, im Haus meiner Eltern und wollte mein reales Kfz beladen, als es sintflutartig regnete. Normalerweise würde man auf dem hier eingefügten Bild ein wunderbares Panorama Bild von Teilen von Thomasberg erkennen. Nein das ist kein Nebel, sondern das ist sintflutartige Regen.

Die gesamte Anreise fahre ich in Teilen durch Regen, Gewitter und in Abwechslung Sonnenschein. kurz nachdem ich in Linsengericht ankomme und mir alle Ihre Hoffnungen kommunizieren, das ist doch der Regen vorbeiziehe, erwischt es uns dort auch mit einem kurzen aber starken Regenschauer.

Zum Glück gab es schon genügend aufgebaute Pavillons, die die erneute Zwangspause des Ausladens erträglicher machten.

Unerwartetes Highlight

Am Samstagabend, nach dem Jugendlauf stand noch ein ganz besonderer Leckerbissen auf dem Plan. Geplant war ein Rennen zwischen dem Zeitnehmer und dem Rennleiter. Alle die, die sowieso die Nacht in direkter Nähe des Fahrerlagers verbrachten hatten sich an der Strecke versammelt.

Mit etwas Ironie und natürlich Schadenfreude erwarteten alle ein lustiges Rennen zwischen beiden und freuten sich darüber, dass Steffen Kunz in seiner Rolle als Kommentator wahrlich aufging.

Nach kurzer Zeit hatte sich die Erfahrung von Marcus Krause (Rennleiter) im Bereich des Offroad Fahren ausgezahlt. Man konnte erkennen, dass er sich ab und an immer wieder absichtlich etwas näher an Florian Schimm (Zeitnehmer) zurückfallen ließ. In der letzten Runde entschied dann Florian das Rennen zusätzlich mit einem kapitalen Defekt am hinteren Querlenker.

Immerhin, seitdem ich im Hessencup teilnehme, gab es so etwas noch nicht!

Erneut der Beweis dafür, dass ein fester Zeitnehmer und Rennleiter eine gute Wahl waren und dem Hessencup letztendlich guttun.

Die Stillen

Am Sonntag vor dem letzten Qualifizierungslauf, kommt es zu einem kleinen „Sit-in“ vor dem Imbiss. Bernd Spielberger und ich trinken in Ruhe einen Becher Kaffee, dass bringt einen angenehmen Start in den Tag und wachen Geist in frühen Stunden.

Zu uns gesellt sich Uwe Heger, der im Finale in Fulda aufgrund eines technischen Defektes von Platz 2 auf Platz 10 zurückfiel.

Ohne es negativ zu meinen, gehört er eher zu den ruhigen bzw. stillen Fahrern. Also man hört ihn abends nicht im Fahrerlager grölen und auch während der Finalläufe ist er eher ruhig.

Markus Reitz gesellt sich noch dazu und es entsteht ein Gespräch über die Aktualität der RC Modelle die gefahren werden, wer mit welcher Chance ins Finale kommen könnte, wo die Schwierigkeiten an diesem Wochenende liegen und wie man sie bewältigen können. Es ist faszinierend, was die Mitfahrer alles beachten, wie sie es beurteilen und wie es letztendlich sich auf Ihr Verhalten und Setup Einfluss nimmt.

Kurz danach gesellt sich noch Sascha Fiedler dazu. Er kennt mich schon gut und als die Ansage kommt, dass in einer halben Stunde der Qualifizierungslauf startet schaut er mich – mit einem leichten Grinsen – an und sagt: „Musst du dich nicht langsam vorbereiten?“
Sascha kennt mich schon gut und der hat natürlich genau den wunden Punkt getroffen und ich gehe zügig zu meinem Pavillon und bereite mich auf den letzten Qualifizierungslauf vor.

Aber trotzdem ist es genau das was ein Rennwochenende ausmacht, die vielen und unverwechselbaren Gespräche zwischen den Aktivitäten, in denen man Wissen wie ein trockener Schwamm das Wasser aufsaugt.
Aber warum betone ich das so sehr in meinem Rennbericht, gebe diesem „Begriff“ sogar einen eigenen Absatz? Weil die „Stillen“ auch die helfenden sind, weil man auch die Stillen „freundlich“ fragen kann, weil auch die Stillen des Fahrerlagers hilfsbereit und wissend sind. Weil „Stille“ nicht gleichzusetzen ist mit “Ablehnung”, auch wenn uns unsere schnelllebige Welt und unser hastiger, stressiger Alltag etwas anderes antrainieren.🙂😌🙂

Empathie

Der kleine Buggy No. 25 (Felix Spielberger) hatte sich nun 24 Minuten im Halbfinale auf den 5ten Platz gekämpft bzw. diesen verteidigt. Es war bereits die Überzeit und Buggy No. 25 beschleunigt aus der 180° Kehre nach der 6ser Sprungkombination. Kurz hinter Ihm der Buggy No. 33. In der großen 180° Kurve ist die 33 weiter hinter der 25, beschleunigt dann aber auf der anschließenden Geraden. Der Buggy No. 25 kommt an die Bande und der hintere rechte Querlenker bricht. Mit Mühe schafft es der Buggy noch über die Zeitschleife, während der Aufstiegsplatz verloren ist.

Nach 24 Minuten Kampf die Entscheidung in den letzten Sekunden. Ich kann mit Bernd und Felix Spielberger mitfühlen. Es ist schade, es tut weh, aber es ist Motorrennsport.

Obwohl ich lediglich Helfer an der Strecke bin, also grundsätzlich neutral, ich den Kopf an Kopf Fight lediglich aus dem Augenwinkel miterlebt habe, fühlt man empathisch mit. Aber, auch das ist Motorsport, so wie es enttäuschend für den einen ist, ist es für Harry Schnarkowski – Buggy No. 33 – ein Erfolg, mit seinem Kyosho in’s Finale zu kommen.

Linsengericht, ein besonderes Verhältnis

Mit der Strecke „Linsenkessel“ des Vereins MSV Linsengericht habe ich ein besonders Verhältnis. Natürlich steckt einem großen Teil des Fahrerlagers noch das herbstliche RC Rennen der letzten Saison in den Knochen, da es eine wirkliche und heftige Schlammschlacht war. (Hier geht es zum Rennbericht)

Aber der MSV Linsengericht war auch mein erster „reale Life“ Kontakt mit dem RC Rennsport. Roman hatte mich damals zum Besuch des RC Rennens am 07.06.2015 in Facebook Chats überredet, ich solle es mir da „einmal im realen Ansehen“.

Mich hatte damals die Unvoreingenommenheit gegenüber Besuchern und Fremden positiv beindruckt. Ich fand das Wuseln und diese stetige Aktivität bei einem RC Rennen einfach unvergleichbar.

Über die Jahre haben sich viele einzigartige Augenblicke bei den RC Rennen im MSV Linsengericht hinzugesellt. Zum Beispiel hatte ich dann auch 2017 in einem Zelt mit Tim Kunz und Andreas „Pützi“ Pütz über „Setups“ gesprochen. Zu unsere beiden Überraschungen hatte ich dann erst im Nachgang erfahren, dass wir beide Kerstin Krangemann kannten und bereits einmal eine Fastnachts-Party zusammen gefeiert hatten.

Natürlich bleibt der erste Besuch eines RC Rennens – auch wenn es nur als Zuschauer war – unvergessen.

Interesse

Die Leser die ein wenig mit gelesen haben und Interesse nach mehr verspürt haben und sich fragen:
„Könnte ich da nicht auch teilnehmen?“

Ja DU kannst!
😃

RC Rennen, dass kannst Du ganz einfach auch!

Eine Rennteilnahme ist so einfach, alles was Dich ggf. an der Teilnahme hindert sind Vorurteile, falsche Ängste und das bisschen fehlender Mut einmal etwas Neues zu probieren! Es ist viel leichter als man selber denkt, einmal Blut geleckt und man ist dem Rennzirkus verfallen.
Wer auch nur den Hauch eines Interesses verspürt, sollte einmal diesen Blogeintrag lesen, denn die eigene Teilnahme ist viel leichter als gedacht….

Schau Dir dazu diesen Blog an:
👉  “Rennteilnahme ist einfach!”  👈

Der Verein

Der MSV-Linsengericht e.V. primär ein Verein der sich dem 1:8 Offroad fahren zugewandt hat. Der Verein wurde 1991 in Linsengericht / Geislitz von einer handvoll Modellsportbegeisterten gegründet. Ziel und Zweck des Modellsport Verein Linsengericht e.V. ist das Betreiben von funkferngesteuerten Automodellen.
Positiv kann man hier aber das schon fast familiäre Verhältnis und Stimmung im Verein anmerken. Das hat sicherlich auch jeder andere Verein im OR8 Bereich, aber hier ist es – so habe ich es persönlich erlebt – ausgeprägt.
Naturlich werden die anderen Sparten ORE und Onroad auch von den Mitgliedern bedient, aber beim Hessencup sehen wir eben primär die OR8 Begeisterten. Wer in der Gegend dem RC Hobby mit Buggys oder Truggy nachgeht, sollte sich einen Besuch des Vereinsgeländes fest einplanen.

Wir sagen…

… zu wenig Danke.
Ja manche gehen davon aus, dass sogar der Verein uns als Fahrer danken müsste. Aber dabei vergessen wir doch zu schnell, dass dieser ganze RC Rennsport eine Interaktion zwischen Fahrern und Verein ist, denn ohne das eine geht das andere nicht. Wir vergessen die vielen, vielen stillen Helfer die es vor, nach und bei einem Rennen gibt.
Sei es die Person die am Morgen den Kaffee einschenkt oder die Person die nach jedem Training und Rennen die neuen Zeiten und Ergebnislisten aushängt. Sei es die Person die in den Tagen vor dem Rennen die Strecke und das Fahrerlager herrichtet oder der Zeitnehmer der an dem Tag die Zeitnahme sicherstellt. Es sind die Personen die auf keinem Siegerfoto auftauchen und ohne die es kein Siegerfoto geben würde.
Vielen Dank für Eure Unterstützung und Eure Hilfe.
Daher ein groß geschriebenes DANKE für die Helfer und Funktioner im Hintergrund, dem Verein an sich und auch für die Teilnmehmer.

Links:

Hier noch einmal die Homepage des Vereins:
MSV Linsengericht e.V.
RC Strecken Homepage -> Klick mich
Facebook Seite des Vereins -> Klick mich

Homepage des Hessen Cups:
http://www.hessencup.de/
Facebook Gruppe RC Hessencup -> Klick mich

Rennberichte:

Jody Müller -> Link
Markus Reitz-> Link
Felix Spielberger -> Link
Anke Müller -> Link
Daniel Zemke-> Link (Sicht eingeschränkt auf Freunde)
Aron Weitz -> Link

Stefan Leichner -> Link
Steffen Kunz -> Link
Marcus “Specko” Lehr -> Link
Vanessa Wende -> Link
Tom Zschiedrich -> Link

Mika News Artikel “Der 3te auf des Hessencups…” -> Link
Mika News Artikel zum Jugendlauf -> Link


Presse:


Videos:
Das Gruppenfoto -> Link
Samstag -> Link
Sonntag -> Link

Ergebnis:

Hier geht es zu den digitalen Ergebnislisten des Rennens -> Klick mich

OR8 Expert

  1. Marcel Krüger
  2. Alexander Braches
  3. Tom Zschiedrich

OR8E

  1. Aaron Waitz
  2. Alexander Braches
  3. Tom Zschiedrich

OR8 Hobby

  1. Stefan Leichner
  2. Markus “Specko” Lehr
  3. Björn Schmidt

Jugendlauf

  1. Felix Spielberger
  2. Frane Buljan
  3. Jody Müller

Hinweis des Verfassers:
Die Galeriefunktion von WordPress skaliert die Fotos ab und an unvorteilhaft. Aber mit den normalen Internet Browsern kannst Du “Öffnen im neuen Fenster“ auswählen und das Bild wird in Originalgröße und original skaliert angezeigt.

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