Last race at Pleinfeld

Zwei Buggys fahren mit kreischenden Nitrotriebwerken auf der Innengraden. Der führende schafft die 180° Kurve vor der großen Sprungkombination perfekt, sein Verfolger wird etwas „heraus“ getragen. Wieder heulen die Motoren auf und beide Buggys arbeiten sich durch die Sprungkombination. Der führende Buggy kommt gut über den großen Sprung, beim Landen wird sein Heck instabil. Sein Verfolger schafft den Sprung, landet sauber und zieht sich mit einem kräftigen Gas Stoß nach vorn.

Während sich beim führenden Buggy das Heck aufschaukelt, zieht sein Verfolger mit Schwung in die Steilkehre. Der führende Buggy kippt am Scheitelpunkt seitlich ab und überschlägt sich, während der Verfolger eine saubere Schleife in der Steilkehre fährt und den Positionskampf für sich entscheidet.
Es ist, wie alles an diesem Wochenende, einer der letzten Positionskämpfe die durch diese Steilkehre entschieden wurden.

Einleitung

Wie immer habe ich den Rennbericht in Abschnitte aufgeteilt. Er ist – mal wieder – „zu lang“. Vielleicht willst Du es Dir durchlesen und hast Spaß am Text, was neben dem RC Rennen so stattfindet. Das Inhaltsverzeichnis kannst nutzen, um direkt in Abschnitte zu springen.
Zu Nebenwirkungen frage Deinen RC Fahrer Freund oder den lokalen RC Modellbauhändler und ließ die Packungsbeilage bzw. Informationen im RC Modellbau, bleib „online“ und informiert 😉, denn
Rennen ist Leben, der Rest ist Warten!

Inhalt

Nicht in Bayern erwartet

Ich schlendere durch das Fahrerlager und mehr laufen auf Anhieb drei Fahrer des Hessencups über den Weg.
”Oh, Dich hätte ich hier gar nicht erwartet!”

Etwas amüsiert stelle ich fest, dass man mich hier wirklich nicht erwartet hätte, da die Strecke relativ weit im Süden, „in Bayern“ liegt.  Es zeigt auch, dass wenn man an einem Cup bzw. einer Rennveranstaltung regelmäßig teilnimmt, man immer und auf jedem Rennen mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Bekannten wiedertrifft. Ich war ja schon einmal in Bayern, beim MC Welden 2018.

Es ist und bleibt eine kleine Familie, der Personenkreis der RC Offroad Rennfahrer. Ist man in dieser Familie, so trifft man immer mal Fahrer die einen kennen. Helfende Hände findet man dann auch unter eben diesen Bekannten.

Höllenritt

Ich habe mir alles zurechtgelegt, es wird eine lange Anreise aber mir ist klar, es ist zu schaffen. Mitten in der Nacht, um 02:30 Uhr rollt das Auto vom Hof.

Ich komme auch relativ weit, aber irgendwann rächt sich meine vorhergehende Arbeitswoche und die Müdigkeit übermannt mich. Das Risiko mit meinem Pkw in der Leitplanke zu parken, ist mir einfach zu hoch und das ist es nicht wert. Aus diesem Grund fahr ich den nächsten möglichen Parkplatz an und Schlafe zwanzig Minuten „Power Napping“, dass müsste reichen.

Weiterfahrt, aber nach 1 ½ Stunden übermannt mich erneut die Müdigkeit. Erneut wird eine Rast eingelegt und eine kurze Schlaf- Pause eingeplant. Dieses wird sich in der Anreise noch einmal wiederholen und stetig schreibe ich Bernd Spielberger, dass sich meine Anreise verspätet. Er bestätigt mir, dass ich zurzeit nichts verpasse, weil es an der Strecke in Strömen regnet.

Tatsache ist, dass sich eine vergleichbaren Höllenritt bei Anreise im privaten Bereich seit Jahren nicht hatte.

Ins Netz gegangen

Wenn Du ein treuer Leser des Blogs bist, dann möchte ich mich gleich zu Beginn des Abschnitts für deine Treue bedanken.

Bist Du ein Besucher des Blogs, ein Neugieriger, ein „ich Klick mal auf die Links“ User oder ein wirklich am RC-Rennfahren interessierter Hobby Begeisterter? Vielleicht bist Du auch ein Neuling, der auf der Suche nach RC Rennsport „Teilnahme“ Anleitungen oder nach einem „How to“ Beschreibung ist.

Ob nun treuer Leser des Blogs, Neuling, Interessierter oder Suchender – „Herzlich Willkommen“ und vielen, vielen Dank, dass Du der Google Suche oder den von mir verstreuten Links „vertraut“ hast und hier hingefunden hat.
Hier wird dich keine Werbung nerven, kein verstecktes Abo wartet oder Du wirst von einem Hochgesang auf ein bestimmten RC-Modell überfluten – dass Du im Anschluss über einen Shop Link bitte kaufen solltest -.

Rennteilnahme ist einfach!“ -> Warum findet man im Internet dazu Nichts? 🤔

Diese Erkenntnis, die sich mir nach dem Besuch der ersten RC Rennveranstaltung aufdrängte, versucht dieser Blog, diese Homepage und der angegliederte YouTube Kanal entgegen zu wirken bzw. abzuschwächen. Jeder irgendwo eingestellte und abgespeckte Rennbericht, jeder Verweis und jede Weiterleitung via Link auf diesen Blog, dienen diesem Ziel. Im Beitrag „Tue Gutes und sprich darüber“ beschreibe ich weitere Informationsquellen und RC Plattformen, die den RC Rennsport direkt oder indirekt unterstützen, denn wir – die RC Rennfahrer – machen zu wenig oder zu eintönige Werbung für unser Hobby.
Wir alle, jeder RC Rennfahrer sollte – müsste – daran interessiert sein, dass unser gemeinsames Hobby möglichst viele Menschen „erreicht“.

Aber Du kannst auch einfach Feedback geben, hier in der Diskussion „Unterstützung für höhere Teilnehmerzahlen im „Competition“ Bereich“, wenn Du Fragen hast, kannst Du mich direkt anschreiben oder hier in diesem Thread „Let’s talk about “RC Rennsport” / “Competition”“ fragen.

Es ist einfach wichtig, in der Gesellschaft statt zu finden und eine Lobby „direkt oder indirekt“ zu haben. Der Informationsfluss bzgl. RC Modellbaus hat sich in unserer Gesellschaft verändert, siehe auch „Informationen im RC Modellbau“. Unser Bild in den Innenstätten hat sich verändert, Modellbaugeschäfte, Fachgeschäfte sind fast vollkommen verschwunden (siehe hier – Schließung „Puppenkönig Bonn“) und auch „Conrad“ ist verschwunden und Spielwarengeschäfte sind selten geworden.

In den letzten Jahren ist das Hobby „RC Modellbau“ und die spezielle Nische „RC Competition“ / „RC Rennsport“ aus der Öffentlichkeit fast verschwunden. Die Algorithmen von Sozial Media, YouTube leisten den Rest.
Es liegt in zunehmend in unseren Händen, denn „Ich informiere, also bin ich!“ kann man – leider – heute sagen.

Aus diesem Grund der Aufruf:

Teile den Blog, durchbreche die Infoblase von Facebook / Sozial Media, überwinde die Algorithmen und erreiche „Hobby Betreiber“. Teile den Rennbericht, nutze “#besidetherace”, verteile das Video zum YouTube Kanal, diesen Blog, diesen Beitrag „Rennteilnahme ist einfach…“.

Ich kann lediglich darum bitten, denn der Nutzen sollte für jeden ersichtlich sein. 😎

Break through algorithms – Keep Racing!“ -> Teilt den Blog!

Vom Regen in den Regen

Ich fahre den Kreisel ein und Erkenne die Einfahrt zum Fahrerlager. Erschrocken stellte ich fest, dass wirklich alles gut zugeparkt ist und dass man Scheibenwischer immer noch zu tun hat. Somit wiederholt sich das Feeling vom letzten Rennen, wo ich mein Material im Regen abgebaut hatte. Hier, beim neuen Rennevent, werde ich im Regen erneut aufbauen. Was tut man nicht alles für sein Hobby und wie unverständlich muss es für einen Fremden sein, der nicht diese Emotionen beim RC Rennfahren mit erlebt kann.

Die Pneus machen es aus

Dieses Event ist ein Freundschaftsrennen, was gleichzeitig bedeutet, dass es keine Reifen Regeln – Einschränkungen – gibt.

Das hat Vor-, aber auch Nachteile. Man kann jetzt den für die Strecke geeignetsten Reifen verwenden, da das aber alle Fahrer tun, muss man unweigerlich das Geld investieren und Reifen die konkurrenzfähig sind verwenden, sonst hat man gar keine Chance. Aber da es hier weder um eine deutschen Meisterschaftstitel geht, lediglich um die Ehre und den Stolz des Rennfahrer Herzens, hatte ich mir lediglich 2 Sätze ProCircuit Claymore V2 Buggy C1 zugelegt.

Rasengitter, kurzer Teppich, feuchter Lehm, die Empfehlung des Vereins ist „Star P.I.N“. Ich hatte an dem Rennen das Glück, denn alten Hessencup Standardreifen 6Mik- Rapid 018 zu fahren, ProCircuit Claymore V2 Buggy C1 Reifen der auf Teppich und Lehm gut sein sollte und den Star PIN. Final musste man sagen, Glatteis beim 6Mik- Rapid zu „wenigstens“ auf dem Teppich Gripp beim ProCircuit Claymore hin zu „überall“ etwas mehr Gripp und gut auf Rasengitter beim Star P.I.N.
Hier einmal die drei Profile zur Ansicht:

Warum

“MAC Brombachsee, da war ich auch mal, das liegt aber nicht gerade in deinem Bereich!”

Es mustert mich ein schwer beschreibbarer Blick meines Schatzmeisters im Verein. Er hat die gleiche Frage gestellt, die ich mir auch einige Tage bzw. Wochen lang gestellt hatte, warum sollte ich auf dieses Rennen fahren?

Tragisch aber simple Tatsache ist, es wird das letzte Rennen auf dieser Rennstrecke sein, da diese danach nicht mehr betrieben wird.

Über den Verein und diese Strecke hatte ich in zeitlichen Abständen immer mal etwas gelesen. Auch hatte ich die Facebookseite und der Homepage des Vereins das ein oder andere Mal besucht, nun wollte ich unbedingt einmal selber auf dieser Strecke fahren.  Ganz nebenbei würde es „mein“ persönliches Abschluss-Event der diesjährigen OR8 Saison sein. Also auch noch mal gemütlich abends im Pavillon sitzen. Philosophisch über die letzten Rennen schwätzen und einfach „Gemeinschaft“ erleben.

Fundstück der Woche

Obwohl ich eigentlich regelmäßig auf YouTube unterwegs bin, hatte ich diesen Efra Werbeclip übersehen. Ich finde den aber wirklich gut gemacht, darum hier zum Ansehen im Rennbericht geteilt.

Wut, Trauer und Ratlosigkeit

An dem Wochenende kommt bei mir persönlich nicht der überwiegende Rennspaß und die sich selber tragende Dynamik eines Rennevents auf. Es kommen immer wieder die Gefühlswelten von Trauer, Wut und auch Ratlosigkeit auf. Hier wird ein traditioneller Offroad Verein aus dem alltags Bild der Gesellschaft verdrängt. Allem Anschein nach, hat man letztendlich nur die Lösung gesehen, die Strecke, den Platz, das Vereinsheim auf zu geben. Wenn ich es richtig verstanden hatte, hatte der Verpächter die Pacht massiv erhöht, so das über längere Zeit das Betreiben der Strecke für den Verein wirtschaftlich nicht mehr zu leisten war.

Natürlich gibt es immer zwei Seiten einer Medaille und ich kenne nun nur die oberflächliche, die ich für mich aus den angerissenen Gesprächen ableiten konnte. Die involvierten Personen des Vereins und der Verpächter werden hier eigene „Argumente“ und „Aussagen“ haben.

Trotzdem empfinde ich an diesem Wochenende des Öfteren Wut mit Trauer gemischt, denn eigentlich darf man sich wundern, wenn ein aktiver Verein mit Mitgliedern einen „interessante“ Strecke nicht halten kann. Aber eine Lösung oder ein Rezept wie man – auch für andere Vereine – eine solche Entwicklung abwehren kann, habe ich nicht, was mich auch etwas ratlos macht.

Disco Disco

Über das Fahrerlager wummert der Bas. Etwas, was in dieser Intensivität eher untypisch ist. Nach einigen Schritten stehen wir an der Ursache. Es ist eine – fast schon – zur Wagenburg – wie in den klassischen Western – zusammengestelltes Wohnwagengruppe die im Zentrum eine Pavillon Zusammenschluss hat unter denen zwei große „JBL PartyBox 1000“ Boxen einen Party Hit nach dem anderen schmettern.

OK, erwartet man nun nicht zwingend in einem nächtlichen Fahrerlager, aber es passt zum „Letzter Abend, letzte Nacht“ Gefühl, dem letzten OR8 RC Rennen auf dieser Strecke des M.A.C. Brombachsee e.V..

Es werden gemeinschaftlich mit Cocktail angestoßen, aber irgendwann bin ich müde, ich laufe mein Schlafzelt an und Schlummer weg.

Verschwinden klassische Hobbys

Die Schließung einer outdoor Offroad Strecke und der Verlust eines Vereinsheimes, eines Anlaufpunktes für Hobby Interessierte, zeigt eine entscheidende und erschreckende Entwicklung in unserer Gesellschaft auf.

Freizeit ist für jeden individuell „wertvoll“ geworden. Kostenfreier Zeiteinsatz für eine Gesellschaft, einen Verein, eine Interessensgruppe und einem Spartensport ist selten geworden. In unserer schnelllebigen Zeit ist sich im ersten Schritt jeder erst einmal sich selbst am nächsten, seinem Lebenspartner, seiner Familie. Unser Gesellschaftskonstrukt bindet uns an gewisse Wertvorstellungen in denen Zukunftssicherheit, Arbeit, Work Life Balance Raum eingenommen haben.

Ist das „klassische Hobby“ des RC-Modellbaus und der besonderen Nische des RC Rennsport dem Untergang geweiht? Was kann, was sollte jeder RC Rennfahrer / Fahrer unternehmen, um der Gesellschaft dieses Hobby „zu erhalten“? Wenn ein Hobby über 50 Jahre besteht, kann es dann „plötzlich“ überflüssig geworden sein? Ist „Hobby“ nicht schon immer ein Überfluss Faktor, ein Luxusgut gewesen? Sollten bzw. müssen wir uns fragen, wie wir unsere „Hobby Begeisterung“ besser „in die Gesellschaft“ transferieren bzw. kommunizieren können?

Dieses Bild zeigt auf, dass „Beside the Race“ lebt und es lebt um die Begeisterung für diese Hobby zu transferieren. In die Gesellschaft, zu den treuen Blog Lesern oder zu interessierten Menschen. Ich persönlich würde es als Verlust ansehen, wenn klassische Hobbys das Fairness, Gemeinschaft, positiven Sportsgeist, technisches Verständnis, Hilfsbereitschaft, Emphatik, positive Gruppendynamik und den gegenseitigen Umgang im sozialen Umfeld vermittelt, verschwinden würde.

Oder?

Eigener Verlauf

Es startet mitten in der Nacht, um 02:30 Uhr ist die Nacht vorbei. Mein Körper sieht es anders und lässt die Anreise von 4:40 Stunden / 417 km – ohne Stau und Verkehr – um einige Minuten und Stunden ansteigen. Pleinfeld liegt eben nicht grade in der direkten Nachbarschaft von Königswinter bzw. dem Rhein-Sieg-Kreis.

Meine Ankunft verzögert sich und als ich vor Ort bin, muss ich im Regen aufbauen. Trotz Regen wird auch schon „freies Training“ ausgerufen und betrieben. Nach dem Aufbau gönne ich mir zu erst einen Kaffee und schaue mir „im schnellen Schritt“ die Örtlichkeit an. Das an diesem Wochenende zu verabschiedende Domizile des M.A.C. Brombachsee e. V. kann sich auf jeden Fall sehen lassen.

Training

Da ich „zu Hause“ im Hobbykeller keine Zeit hatte meinen Buggy auf das Rennen vorzubereiten, sitze ich – leicht angefeuchtet – vom Aufbau im Nieselregen an meinem Tisch. Aus der Box trällert Bayern 1 „80ziger“ Hits, also Musik im Sinne von Bernd Spielberger und mir. Bernds Pavillon ist Links neben mir, gegenüber hat sich Ricky Waitz angesiedelt. Die Herren Spielberger und Weitz haben dieses Mal auch die gesamte Familie, also auch die jeweilige „Regierung“ mitgebracht. 😉

Da es ein freies Training ist – also ohne geordnete Gruppeneinteilung – und es weiterhin leicht und in kurzen Abständen regnet, entscheide ich mich gegen einen Trainingslauf. Erst einmal ankommen, Gemütlichkeit einkehren lassen.

Erster Qualifikationslauf

Vor dem Start der Quali-Läufe hat der Verein die erste Fahrerbesprechung angesetzt. Dann geht es relativ schnell los.

Ich muss mich erst einmal grob an die Streckenführung gewöhnen und, na ja, es ist immer noch ein definitives „Regenrennen“. Klar wurde auch hier versucht, mit Sägemehl die Nässe von der Strecke zu nehmen, aber es bleibt doch nass. Leider spinnt mein Motor rum und irgendwie schaffe ich es nur, drei Runden in die nasse Strecke „zu brennen“.

Zweiter Qualifikationslauf

Durch den stetig ab und an aufkommenden Nieselregen bleibt die Strecke relativ feucht, aber hier hat sich nun durch das Fahrerfeld eine recht deutliche Ideallinie abgezeichnet. Kommt man von dieser ab, steckt man im losen und nassen „Dreck“ fest.

Ich fahre jetzt bereits mit den extra für diese Strecke gekauften Reifen, der trotz Nässe auf dem Teppichpassagen guten Gripp hat.

Ich arbeite mich von Streckenabschnitt zu Streckenabschnitt vor, grade die richtig gesetzten Bremspunkte sind hier wichtig. Oft ist eine gut angebremste Kurve eng geschnitten schneller, als zu lange auf dem Gas zu stehen. Durch die Nässe haben sich die Bremswege deutlich verlängert. Zu dem schwachen Motor kommt noch der Effekt des geringeren Gripps auf dem nassen und verschmutzten Teppich hinzu, so dass die langen Sprünge der Strecke eine wirkliche Herausforderung werden. Ich kenne zwar eine Steilkehre, aber hier ist diese recht groß und ich muss wirklich mit gutem Schwung und guter Geschwindigkeit diese anfahren.

Ich schwimme mit im Fahrerfeld und schaffe es letztendlich 6 Runden ab zu spulen, habe aber noch relativ viele Helfereinsätze.

Dritter Qualifikationslauf

Es ist etwas weniger Nieselregen und es kommt sogar die Sonne durch. Die Strecke trocknet spürbar ab und die Ideallinie ist nun trocken gefahren.

Ich komme gut rein, die Bremswege haben sich etwas verkürzt und der Gripp hat sich erhöht. Mit der Steilkehre komme ich nun zurecht. Der im hinteren Bereich – vom Fahrerstand aus gesehene – liegende Schlaufe bekomme ich auch gut hin, lasse mich aber ab und an bei der 180° Kurve zu weit heraustragen.

Ab und an schaffe ich es, mich an das Heck an einen gleichstark fahrenden Buggy zu setzen und in den letzten zwei Runden kommt mir ein Fehler des verfolgten Buggys zu Gute und ich kann vorbeiziehen.

Auch bei diesem Lauf schaffe ich es, 6 Runden zu fahren und habe dieses Mal keinen einzigen Helfer Einsatz.

Vierte Qualifikationslauf

Bei diesem Rennen wird es vier Qualifikationsläufe geben. Der Lauf ist für Sonntagmorgen angesetzt und ich „chancel“ diesen. Die Strecke ist am Sonntagmorgen nass und ich glaube nicht, dass ich mehr als 6 Runden schaffe.

Finallauf

Zum Finallauf, der aufgrund einer Verzögerung wegen Stromausfalls verschoben wird, überlässt mir Zan Buljan einen Satz „Star P.I.N.“ Reifen. Grundsätzlich ist das ein kapitaler Fehler, denn man sollte nie zwischen dem letzten Qualifikationslauf und Finallauf das Setup grob Ändern. Ein ganz anders zu fahrendes Profil ist natürlich eine massive Veränderung, aber im Grunde habe ich Nichts zu verlieren. Es kann nur „besser“ werden.

Ich schaffe es in der Einlaufphase 2 Runden zu fahren und ja, die „Star P.I.N.“ Reifen sind besser. Dann komme ich beim großen Sprung vor der Steilkehre seitlich ab und schlage seitlich auf. Ich liege auf dem Dach, als der Helfer bei mir ist, stirbt der Motor ab.

OK, Helfer holt Buggy in die Box, Standgas hoch und ab in die Startaufstellung. Ich komme beim Start gut weg, aber nach einer knappen Runde stirbt der Motor erneut ab. Ich habe ein kleines Déjà-vu, denn der Motor zickt genauso rum wie in Bischhofsheim.

Erneut starte ich aus der Box und erneut stirbt der Motor ab. Ich gehe vom Fahrerstand und wir stellen fest, dass sich die Druckleitung vom Reso zum Tank „verklemmt“ hat. Ich habe Hoffnung, dass diese die Effekte ausgelöst hat. Ein erneuter Start aus der Box, aber, der Motor stirbt im Standgas erneut ab.

Ein erneuter Versuch und dann ist meine Entscheidung „Abbruch“. Jetzt etwas zu erzwingen, beim letzten RC Rennen in der Saison, ohne ruhige Fehleranalyse? Nein, das macht keinen Sinn, auch wenn es absolut unzufriedenstellend ist.

Ich trage meinen Buggy zu meinem Pavillon und bin natürlich niedergeschlagen, da ich mir – angespornt von den Qualifikationsläufen und den anderen Pneus – ein anderes Ergebnis erwartet hatte.

Da kommt Bernd auf mich zu und sagt „Na los, Reparieren, kommt doch ein 2ter Finallauf!“ Ich glaube Ihm nicht, und verpacke mein Material und Helfe noch in der Box bei einem anderen Fahrer. Letztlich hat Bernd aber Recht, da hier das System wie bei den Elo-Rennen gefahren wurde. Das wäre aber letztendlich alles zu spät geworden, denn mir standen ja auch noch 4 ½ Stunden Rückreise bevor.

Fazit

Ja das Fazit bei einem solchen RC Rennen ist schwer. Ich wollte unbedingt auf dieser Strecke vor Ihrer Stilllegung einmal „gefahren“ sein, das hatte ich ohne Zweifel erreicht. Eine coole Platzierung konnte ich nicht ausfahren, lag aber in großen Teilen an meiner Vorbereitung, der unerwarteten Müdigkeit am Samstag, meinem „Nicht-Training“ und meinem rumzickenden Regenmotor. Dafür konnte weder mein Buggy etwas, noch mein Helfer in der Box oder der durchführende Verein. Im Gegenteil, mit meiner Serpent Cobra SRX8 war ich sehr zufrieden.

Leider hatte ich wirklich zu viel Müdigkeit aus den vorhergehenden Tagen mitgenommen, so dass wir etwas „gebremst“ den OR8 Saison Abschluss gefeiert hatten. Zum Glück ging es ohne Stau oder stockenden Verkehr die ganzen 4 ¼ Stunden recht schnell zurück.

Ende einer Ära

Ich hole mir an der Bar im Vereinsheim einen Kaffee. Rechts und links der Bar im Vereinsraum gibt es Bilder zu den jeweiligen Jubiläen des Vereins aus der Vergangenheit. Damit wurde mir schlagartig klar, dass mit diesem letzten Rennen auf der Offroad outdoor Strecke des Vereins eine Ära endet.

Wenn man sich die Bilder ansieht, sieht man das der ein oder andere bekannte Offroad Fahrer aus dem 1:6 und 1:8 Bereich aus dem Verein entsprungen ist. Auch das der Verein sich zuerst auf den OR6 Bereich konzentriert hatte und im Laufe der Jahre auf den OR8 Bereich umgestiegen war.

Ich zögere etwas als ich den Kaffee nehme und mein freundliches Gesicht weicht einer ernsteren Mimik, denn ein Gedanken bekomme ich in diesem Augenblick nicht mehr aus dem Kopf, „War das nötig!?!“. Das Ende einer Ära ist ja – so hoffen es auch die Mitglieder des Vereins – ein „Neuanfang“. Das wünsche ich dem Verein, dass man sich neu aufstellen kann und wieder zur alten Aktivität zurückfinden kann. Vielleicht, wer weiß das schon, gibt es in Zukunft irgendwo eine andere Gelegenheit für den Verein wieder eine outdoor Strecke zu errichten.

Der MAC Brombachsee sagt Danke für die hohe Teilnahme bei dem letzten OR8 Rennen auf der Strecke, Link.

Der Verein plant auf jeden Fall, nun ORE – also Offroad indoor mit 1:10 Buggys – mehr zu betreiben und bestimmt kann man über die Facebook Gruppe und / oder die Internetseite mehr erfahren.

Unruhige Zeiten

Klar ist, wenn man einen Rennbericht liest, möchte man nicht wirklich etwas über die allgemeine politische und gesellschaftliche Lage lesen. Ich sprechen es in diesem Rennbericht einmalig an, damit man versteht, dass auch ich im „realen“ Leben stehen. Ich Tippe diese Buchstaben des Textes, während die Erwartungen und Teilergebnisse der Midterm Wahlen in den USA im Hintergrund über den TV-Bildschirm flimmern und noch niemand genau weiß, wie sich die Bürger der USA entschieden haben.  Im Iran eine Revolution von Frauen getragen stattfindet, die von einem autokratischem System nach außen hin abgeschirmt wird, im Osten von Europa ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg stattfindet und wir alle sind mehr oder weniger beeinflusst von einer weltumspannenden Klimakatastrophe.

Ja natürlich, auch wenn man einen Rennbericht schreibt, steht man mitten im Leben und nicht in einer unrealen Welt bzw. Traumwelt.

Onroadfahrer auf Abwegen

Bernd Spielberger hat noch einen Kumpel, der an diesem WoE wohl mal „sich die Jungs mit den fliegenden Kisten“ antun will. Also ein „Onroad“ bzw. „Glattbahn“ Fahrer. Sein Name ist Jan Gehrig und als er mit seinem Verbrenner-Buggy langsam seinen ersten Vorlauf entgegenfiebert, sucht er einen Helfer. Zögerlich werde ich gefragt, ob ich bei Ihm „Helfer“ machen könnte, da Bernd Spielberger grade mit Felix und Paul unterwegs war und es etwas „stressig“ in unserem Bereich zu ging.
Natürlich kann ich das und das ist auch kein Thema. Schließlich weiß man mit der Zeit, dass es alles eine große Familie ist. Und Jan fährt einen richtig heißen Reifen, er lässt sich von den Offroadbesonderheiten nicht aus der Ruhe bringen. Ich schaffe es sogar, seinen ersten Finallauf mit zu erleben und bin sein Helfer am Funk in der Box. Also Jan, das war eine richtig gute Leistung, hoffe ich sehe dich mal wieder, Chapo!

Interesse

Die Leser die ein wenig mit gelesen haben und Interesse nach mehr verspürt haben und sich fragen:
„Könnte ich da nicht auch teilnehmen?“

Ja DU kannst!
😃

RC Rennen, dass kannst Du ganz einfach auch!

Eine Rennteilnahme ist so einfach, alles was Dich ggf. an der Teilnahme hindert sind Vorurteile, falsche Ängste und das bisschen fehlender Mut einmal etwas Neues zu probieren! Es ist viel leichter als man selber denkt, einmal Blut geleckt und man ist dem Rennzirkus verfallen.
Wer auch nur den Hauch eines Interesses verspürt, sollte einmal diesen Blogeintrag lesen, denn die eigene Teilnahme ist viel leichter als gedacht….

Schau Dir dazu diesen Blog an:
👉  “Rennteilnahme ist einfach!”  👈

Der Verein

Der M.A.C. Brombachsee e.V. liegt in Bayern, also eine Region, in der ich selten an OR8 RC Veranstaltungen teilnehme. 2004 entdeckten Jürgen Werner und Claus Lindner aus dem „Hobbyfahren“ heraus die Idee, einen Verein für RC gesteuerte Off-Road-Modellautos zu gründen. Der M.A.C. Brombachsee e.V. wurde geboren.

Vor einigen Jahren kam dem Verein eine Bekanntheit zu, aufgrund eines massiven Streckenumbaus. Einige Zeit danach wegen einer Crowdfunding Aktion. Es liefen wilde Gerüchte umher, aber die Strecke hielt sich. Nun 2022 war dann plötzlich das „letzte Rennen“ auf der „Offroad Outdoor“ Strecke des M.A.C. Brombachsee e.V. ausgeschrieben worden. Leider nicht nur das letzte Rennen der Saison, sondern auch das letzte RC Rennen in der Örtlichkeit.

Laut den Vereinsmitgliedern wird der Fokus in der nächsten Zeit auf ORE (Offroad 1:10 Elo) gelegt.



Danke

Grade, wenn ein Verein sein letztes Rennen in einer Lokation durchführt, muss man Danke sagen. Danke, dass sich die Mitglieder diese emotionale Bürde noch einmal aufgebunden haben. Oft ist es ja eher das Motto „der letzte macht das Licht aus und schließt leise die Tür“. Aber es ist falsch, wenn man eine solche Entwicklung „leise“ und „still“ abarbeitet.

Somit vielen Dank an die Mitglieder, den Zeitnehmer und die Rennleiter, an die große Zahl der Starter und Mitfahrer aus dem Fahrerlager. An die Vor- und Nachbereiter des Rennwochenendes und die Helfer in der 2ten und 3ten Reihe die niemand auf den Fotos sieht.

Links:

Hier noch einmal die Homepage des Vereins:
M.A.C. Brombachsee e.V.
RC Strecken Homepage -> Klick mich
Facebook Seite des Vereins -> Klick mich

Rennberichte:

Mugen Seiki Europe -> Link
Jan Gehrig -> Link
Felix Spielberger -> Link

Aron Waitz -> Link
Alex Weber -> Link

Ergebnis:

OR8 (Nitro)

  1. Sebastian Zeuner
  2. Ivo Buljan
  3. Fabian Marschke

OR8E

  1. Johannes Schropp
  2. Benedikt Heitzer
  3. Ivo Buljan

Hinweis des Verfassers:
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