Schnee und Eis…
Let’s Race, Let’s Fight
Kim, da muss man hin

In meiner Zeit, in der ich auf den Serpent SD4 Spyder Evo Baukasten warte, kommt es in der WhatsApp Gruppe der 1:10 Fahrer zu Diskussion, welche Rennen man denn bestreiten könne und welche eher in das Reich der utopischen Tagträume gehört. Da die Gruppe primär aus Hessencup Fahrern besteht, sind viele Termine und Möglichkeiten eben auch im Süden.
KIM, ausgesprochen „Köngen Indoor Master“ wird gleich zu Beginn der vielen Abstimmungen als ganz heißes Eisen gehandelt. Man solle bloß nicht vergessen zu nennen. Ich schaue mir Homepage, Ausschreibung und alle weiteren Informationen an… cool eine ORE4WDST – ausgesprochen Elo Buggy 4WD 1:10 Standard – ist auch am Start und es ist sogar ein gewerteter Sportkreislauf – ein Ausrufezeichen kommt hinter den Termin.

Wo er Recht hat, da hat er Recht

Es ist in Leipzig und es ist Messe Cup, mein Entschluss im Winter also Training 1:10 Elo zu fahren steht fest und ich Frage Robert Gillig (DMC Betreuer der Klasse) was es mit der Nationalen Liste auf sich hat, der DM und allgemeine Fragen zur Klasse ORE4WDST. Er ist also meine 3te Person – neben Kai Killmann und Frank Wakan – die ich mit Fragen durchlöchert -> Ihr seht, Fragen kostet Nichts.
Im Gespräch äußere ich meine Bedenken, dass ich ja Chancenlos sei und erst mal am Ende der Tabelle einsteigen würde… und da sagt Robert einen Satz, wie er bei jedem Rennen in einer Marmortafel gemeißelt über dem Eingang stehen müsste:
„Egal um welchen Platz Du fährst, es gibt immer einen Fahrer der deiner Leistungsklasse entspricht und mit dem Du ‚Kopf an Kopf‘ Fights fährst!“
Als ich auf dem Fahrerstand beim KIM Stehe und den Leistungsunterschied zwischen der A und B Gruppe mir vor Augen führe, ich trotzdem aber auch im Fahrerfeld meiner B Klasse 2 Fahrer auf meinem Niveau antreffe, erinnere ich mich an genau diesen Spruch.
Und nach einem Finallauf mit geilen und fairen Fights zittert meine Hand und sind die Augen trocken, weil es mich so mitgerissen hat.

Anmeldung via Handy

Ich schaue nur so neben bei auf’s Handy während ich am Buggy schraube… „KIM ist offen, nennt Euch!“…
Verdammt, habe ich doch total vergessen… und da wollte ich ja hin. Also, Handy, Internetseite und ab zum Nenntool. Uhi nun auch noch ein anderes Nenntool, nicht das, was sonst so von den von mir besuchten Vereinen verwendet wird.
Ich fluche über mich selber, habe ich doch meinen Laptop zu Hause gelassen und nun muss ich alles über das Handy machen. Transpondernummer, Vereinsnummer, DMC Nummer usw. usw. usw.
Nach quälenden Minuten schaffe ich s alles aus zu füllen und mich zu nennen, es reicht, ein Startplatz beim KIM 2019 ist sicher.

Das Reifen Damoklesschwert (Debakel)

Bei einem kleinen Training zwischen den Jahren kommen wir auf das Kim Rennevent zu sprechen… „Welche Reifen wirst Du fahren?” werde ich gefragt – Ich schaue verwundert… „Dachte ich könnte Schumacher Cactus fahren…?!?“ – „Neee, ist doch SK Lauf, musst doch die Reifen der Homologationsliste nutzen!“ – Bitte was?
Nach einem klärenden Gespräch wird es mir klar… aber einen Sportkreislauf wollte ich ja auch fahren, also…
…also bestellt man noch schnell die Reifen die gefahren werden können via Handy an dem Tag des Trainings zwischen den Jahren.
Dabei hatte ich nicht bedacht, dass die Lieferzeit nicht ausreicht und so muss ich am Freitag feststellen… alles da, nur eben die Reifen nicht. Ich schreibe die Fahrer an, die bereits den Freitag stattfindenden Gastfahrertag zum Training nutzen… vor meinem geistigen Auge sehe ich mich schon „nicht“ beim KIM antreten. Aber die angeschriebenen Fahrer die vor Ort bereits Ihre Runden drehen bestätigen: „Kein Thema, Reifen gibt es hier auch!“
Vor Ort unterstützt mich dann „Just-RC.de“ mit Reifensupport – vielen Dank – und Robert Gillig leiht mir ein paar „freigegebene“ Reifen. Sebastian Fenske hilft mir, mit den unterschiedlichen Gripp Eigenschaften der Reifen und kann mir mit seiner Erfahrung helfen. Es hat eben Vorteile, wenn man andere Fahrer kennt.
Ich bin mir sicher, auch wenn ich ein neuer Fahrer gewesen wäre, hätte es diese gegenseitige Unterstützung gegeben… aber ein neuer Fahrer fragt ggf. nicht die entsprechenden Personen.

Taube Fingerkuppeln

Das sah im YouTube Video so leicht aus. Hätte das alles mit den Reifen so geklappt wie ich es geplant hatte, dann wäre es nicht zu der Situation gekommen. Na ja, komisches Gefühl, wenn die Fingerkuppeln etwas mit Sekundenkleber versaut sind. Das ist aber auch ein Teufelszeug… nun der Reifen klebt schon an der Felge, aber auch der Finger, etwas vom Schraubertuch oder ein Werkzeug.
Bei meinem sechsten selber verklebten Reifen stellt sich langsam „Routine“ ein, aber es ist für mich eine neue Erfahrung.

Danke für die Unterstützung

Ich möchte mich bei allen Fahrern für die Unterstützung bedanken und auch bei 2-Speed, über die ich das Material für den Serpent SDX4 Spyder bezogen habe. Danke geht ebenfalls an Just-RC für den Reifen Support.

Eigener Verlauf

Um 03:15 Uhr ist die Nacht zu Ende und es schließt sich eine Anreise nach Köngen an, was aus dem Rheinland bei Köln einige KM an Fahrleistung auswirft. Einige der mir bekannten Hessencup Fahrer sind bereits seit Freitag vor Ort und berichten fleißig über Eigenschaften und Fahrbarkeit der Strecke.
Etwas müde und geschlaucht rollt mein reales Kfz im starken Schneefall die letzten Meter zur Turnhalle, OK… das wäre wirklich schwer zu übersehen.
In wenigen Minuten und mit geübten Handgriffen steht mein Schraubertisch und hier und da begrüßt man den einen oder anderen Fahrer. Gut um 7:15 Uhr sind noch nicht alle Fahrer da, aber früh wird die Gruppeneinteilung und der Zeitplan ausgehängt.
Dann kommt es zum ersten Freien Training und da ich die Strecke noch nicht kenne, passiert mir natürlich ein lustiger Fauxpas. Bei den Ecktabeln hinter der Zeitschleife fahre ich nicht die Kombinatorik Links / Rechts… ich fahre erst mal Rechts / Rechts und erzeuge damit etwas Verwunderung bei einem der dort stehenden Helfer.
Na ja… ist ja auch eine coole Strecke und die Kerbs die ein Waschbrett darstellen werden an diesem Wochenende noch den ein oder anderen Buggy auf das Dach legen.
Durch das anschließende gezeitete Training werden hin zu den Qualifikationsläufen die Gruppen umgeändert. Aber im Grunde ist es simpel, fahren, Streckenposten… 1 ½ Stunden Schrauberpause und dann geht der Zyklus von vorn los.
Nebenbei löse ich mit Unterstützung einige anderer Fahrer mein kleines Reifen Debakel.
Hin zu den Qualifikationsläufen wird auch auf Reifenart, Blinky Modus und Motor geschaut… ich fahre ja Sportkreislauf und 4wd Standard.
Manche Turns schaffe ich ganz gut und bin relativ stolz, dass ich nicht zu oft auf dem Dach liege, im Vergleich zur erfahrenen und harten Konkurrenz bin ich etwas abgehängt.
Dann wird abends die Strecke zum freien Training frei gegeben, ich schaffe es noch 4 Akkus zu verfahren als ich bei mir doch starke Übermüdung und Konzentrationsschwächen einstellen. Ich selber halte das Risiko für zu hoch, mit einem gewaltvollen Einschlag würde ich den ganzen Rennsonntag gefährden und entschließe mich dazu, lieber gelassen meinen Schrauberplatz aufzuräumen.
Der Erste Finallauf am Sonntag geht sehr gut von der Hand. Es entwickeln sich sogar Kopf an Kopf Fights und ich kann mich durch das Startchaos einige Plätze nach vorn „bringen“, die ich in den nächsten Runden wieder abgebe.
So läuft es bei fast jedem Finallauf, obwohl ich selber merke das der 2te Finallauf am Ende stark Schwächen aufweist und ich mich über mich selber Ärger.
Der dritte Finallauf erfolgt und da es der 3 vorletzte Lauf ist, ist am Sonntagnachmittag bereits 1/3 des Fahrerlagers abgebaut. Interessant anzusehen das Gewusel im Fahrerlager und auch die verschiedenen Finalläufe.

Die Spinne spinnt Ihr Netz

So weit südlich waren es gar nicht so viele Serpent Fahrer. Nun im ganzen Fahrerfeld waren es zwei und man quatscht zusammen. Wie man zu Serpent gekommen ist, warum man es fährt und wie man die Spyder so findet.
Ich werde das ein oder andere Mal angesprochen, ob ich mit dem Wagen zufrieden bin. Gut, man muss wissen das er auf der Hinterachse viel Gripp erzeugt. Wenn man das bei seinem Setup beachtet, dann ist die SDX4 Spyder Evo ein guter Wettkampfbuggy. Ich mache mir aber auch Nichts vor, denn das Problem liegt beim Fahrer.

Auf ein Wort

Einige bekannte Namen sind da, so ist Micha Widmaier, Sebastian Winterstein, Tim Kunz, Vanessa Wende, Sophie Müller, Thorsten „Frosch“ Schmitz und Elias Reise vor Ort – um nur einige wenige zu nennen.
Das Fahrerfeld war wirklich gut, es gab aufgrund der gelebten und praktizierten Fairness und wegen spannender Kopf an Kopf Fights nicht nur 1x Applaus von den Zuschauerbänken. Ab und an kommt es zum kleinen Gespräch und zur interessierten Nachfrage, wann die gefilmten Interviews bei „Beside the Race“ online gehen werden, aber auch zum Meinungsaustausch zum DMC, Öffentlichkeitsarbeit und Fahrerverhalten untereinander. Aber es sind auch viele Hessencup Fahrer da und so findet sich zwischen den Läufen immer mal jemand, mit dem man einen kleinen Plausch halten kann.

Wenn die Müdigkeit

Die Anreise und ein bisschen wenig Schlaf hatten mich doch mehr geschlaucht als ich selber erwartet hätte. Ich merkte es später bei den Vorläufen, dass ich doch sehr Müde war und doch teilweise deutlich spürbare Konzentrationsschwächen aufwies. Gut, ich will es nicht allein als Ausrede benutzen… sicherlich ist meine Erfahrung im 1:10 Bereich nicht zwingend ausgereift, aber ich merkte deutlich, dass ich übermüdet war. So hatte ich abends im freien Training früher das Training beendet, als es möglich gewesen wäre. Es hatte einfach keinen Sinn, da ich mich nicht entsprechend konzentrieren konnte.

Heimweg

Wenn man nördlich von Frankfurt wohnt und von Stuttgart nach Hause fährt, so ist es meist ein Höllenritt. Immer sind die Autobahnen rund um Stuttgart einfach „dicht“. Es ist natürlich kein Stau aber wenn man mit 80 – 100 über eine Autobahn fährt, ist es eben auch kein fließender Verkehr.

Unterschied zu den Races im Sommer

Im Sommer bin ich im Regelfall im Zelt und nächtige direkt bei der Strecke. Das hat mehrere Vorteile, so ist auch das Zusammensein mit anderen Fahrern bis spät in die Nacht möglich, aber auch die definitive Nicht Teilnahme am Straßenverkehr macht alles viel entspannter.
Bei den Winterrennen ist es etwas anders, man kümmert sich im Vorfeld um eine Pension, ein Zimmer oder ein Hotel. Irgendwann muss man dort „einchecken“. In Köngen hat der RC Verein einige nützliche Adressen und man wird dann meist vom Betreiber der Nächtigungsstätte mit den Worten „Ah, Minicar …!“ begrüßt.
Vorbildlich ist, dass der RC Cars Köngen e.V. in der Ausschreibung viele Übernachtungsmöglichkeiten angibt.

Kim stellt sich der Kamera

Lustig… das Event heißt KIM, der Vorsitzende heißt mit Vornamen Kim… na wenn das kein Zufall ist. Aber nach meiner Anfrage stellt sich auch Kim Sitensky als Vorsitzender den Fragen von mir und ein weiteres Interview füllt die „Beside the Race“ Reihe auf. Mal sehen wie ich es einbinde aber ich finde, dass es auch einfach hier Sinn gemacht hat.
Mehr zu „Beside the Race“ findest Du hier: https://goo.gl/k4hALk

So „mal eben“…

…ist eine solche Aktion nicht möglich. Es beginnt mit den Vorbereitungen, der Organisation im Hintergrund, dem Zeitnehmer der brav am WoE an seinem Tisch sitzt und immer wieder gleiche Ansagen macht und gelassen bleibt, dem Rennleiter der die Ordnung und in Teilen die neutrale Fairness einstreut und das Betreiben bzw. die Bereitstellung des Verpflegungsbereiches … und Abschließens… es sind 100te Helfender Hände und Kleinigkeiten die im Hintergrund stattfinden und die den eigentlichen Buggy Rennfahrer nicht tangieren bzw. belästigen.
Doch damit das so ist, bedarf es einiger helfender Hände, einigem organisatorischen Geschick und sicherlich auch Erfahrung einiger weniger. Hier steckt gegenseitige Hilfsbereitschaft und Verbundenheit zum Verein und Verbundenheit zur Veranstaltung drin.
Viele Fahrer vergessen, dass ohne diese Arbeit und Tätigkeit eine solche Veranstaltung wohl nicht stattfinden würde…
Aus diesem Grund: Vielen Dank

Der Verein

Der RC Cars Köngen e.V. ist ein Verein der eine Offroad Außenstrecke betreibt und im Winter durch verschiedene Aktionen den RC Modellrennsport weiter ermöglicht. Durch die Örtlichkeiten und allem Anschein gute Vernetzung, aber auch durch die unterstützenden Mitglieder hatte das Fahrerfeld eine gemütliche und ausgewogene Veranstaltung.

Links

Homepage des Vereins
Facebook Seite des Vereins
Mika News Bericht

Ergebnis

ORE2WD
Platz 1. Micha Widmaier – SWORKz
Platz 2. Luca Rau – Yokomo
Platz 3. Kim Sitensky
B-Finale: Elias Ehrmann
C-Finale: Bernd Focht
D-Finale: Alexander Scalet

Ergebnis 4WD
Platz 1. Micha Widmaier (Sworkz / Nosram)
Platz 2. Luca Rau (Yokomo)
Platz 3. Jens Becker (Xray)
B-Finale: Eric Trinkauf
C-Finale: Vanessa Wende

ORE2WD Standard
Platz 1. Tim Kunz – Xray
Platz 2. Elias Jordan
Platz 3. Carsten Neudeck
B-Finale: Franz-Josef Papzien
C-Finale: Denis Bader

ORE2WD Standard
Platz 1. Tim Kunz – Xray
Platz 2. Elias Jordan
Platz 3. Carsten Neudeck
B-Finale: Franz-Josef Papzien

Truggy
Platz 1. Jens Becker – Xray
Platz 2. Patrick Müller – Yokomo
Platz 3. Stefan Matas

Komplette Rangliste

Interesse

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